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Bluttat in Berlin-Prenzlauer Berg : 14 Hinweise zu getötetem Studenten - aber keine heiße Spur

Am Samstag wurde der Student Christopher Schwanz tot in seiner Wohnung in Prenzlauer Berg gefunden. Die Polizei sucht Zeugen, die etwas zu seinem Umfeld oder zur Tat sagen können. Bislang gibt es 14 Hinweise.

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Das Opfer: Der 26-jährige Christopher Schwanz.
Das Opfer: Der 26-jährige Christopher Schwanz.Foto: Polizei Berlin

Nach dem Zeugenaufruf von Montagmittag sind bis Mittwochmorgen 14 Hinweise zum Opfer bei der Polizei eingegangen. Das teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Die Hinweise - laut Polizei überwiegend aus dem Freundes- und Verwandtenkreis des Getöteten - würden nun geprüft. Eine heiße Spur sei allerdings noch nicht dabei.

Bei Tötungsdelikten in der Vergangenheit, etwa im Fall eines jungen Israelis, der an Ostern in Mitte getötet worden war, war die Zahl der Hinweise oftmals höher. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass andere Fälle sich im öffentlichen Raum abgespielt haben. Allerdings fragt die Polizei ausdrücklich nicht nur nach konkreten Hinweisen zum Tatgeschehen, sondern auch allgemein nach den Lebensumständen des 26-Jährigen.

Angehörige hatten die Leiche von Christopher Schwanz am Sonnabend in dessen Wohnung an der Hiddenseer Straße 7a in Prenzlauer Berg entdeckt. Freunde und Verwandte hatten ihn zuvor etwa eine Woche lang nicht mehr erreicht und vermisst.

26-Jähriger vermutlich in Nacht vom 18. auf 19. Juli getötet

Nach der Obduktion geht die ermittelnde 8. Mordkommission davon aus, dass der 26-Jährige in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli - also von Sonnabend auf Sonntag am vorvergangenen Wochenende - gegen Mitternacht getötet worden ist. Christopher Schwanz wurde "durch massive Gewalt gegen den Oberkörper und Kopf von einem unbekannten Täter" getötet, sagte ein Polizeisprecher.

Da verschiedene Gegenstände aus der Wohnung fehlten, handele es sich vermutlich um einen Raubmord, hieß es weiter. Am Dienstagvormittag teilte die Polizei mit, das aus der Wohnung des Getöteten mehrere elektronische Geräte verschwunden seien. Unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen wurde aber nicht näher erörtert, um welche Geräte es sich handelt.

Opfer bewegte sich in der so genannten Goa-Szene

Christopher Schwanz lebte seit rund vier Jahren in Berlin und studierte an der Freien Universität (FU) Geologie. In diesem Jahr soll er sein Studium jedoch abgebrochen haben. Er soll Kontakte in die so genannte Goa-Szene gehabt und entsprechende Partys und Clubs besucht haben.

Die Goa-Szene geht auf die einstige Hippie-Bewegung zurück. Goa ist eine Region an der Westküste Vorderindiens. In den 60er Jahren trafen sich dort in den Wintermonaten zahlreiche Anhänger der Hippie-Szene. Goa-Anhänger hören Trancemusik und nehmen gemeinsam halluzinogene Drogen.

Polizei sucht weiterhin Zeugen

Die Polizei konnte am Dienstagvormittag nicht ausschließen, dass Drogen beim Tod von Christopher Schwanz eine Rolle gespielt haben könnten. Nach wie vor werden Zeugen gesucht, die den Getöteten kannten und Hinweise zu dessen Umfeld, zu seinen Gewohnheiten und möglicherweise zur Tat geben können.

Entsprechende Informationen nimmt die 8. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer 4664-911888 entgegen. Zeugen können sich aber auch an jede andere Polizeidienststelle wenden.

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