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Bombenfund in Berlin-Kreuzberg : Zweite Fliegerbombe wird wohl am Freitag entschärft

Auf einer Baustelle in Kreuzberg ist eine weitere Weltkriegsbombe entdeckt worden. Bereits am Sonntag war dort eine Fliegerbombe von ähnlicher Größe entschärft worden.

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Die Baugrube in der Lindenstraße am Sonntagmorgen: Links neben dem Bagger markieren ein paar Holzlatten die Fundstelle der Bombe.
Die Baugrube in der Lindenstraße am Sonntagmorgen: Links neben dem Bagger markieren ein paar Holzlatten die Fundstelle der Bombe.Foto: Max Deibert

Auf einer Baustelle in der Lindenstraße in Kreuzberg ist am Mittwoch zum zweiten Mal binnen weniger Tage eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Wie ein Polizeisprecher dem Tagesspiegel auf Nachfrage bestätigte, soll die Bombe wohl am Freitag entschärft werden. Es handele es sich noch um eine "Probeplanung", die endgültige Entscheidung werde am Donnerstag fallen. Derzeit müssen noch mit Behörden und anderen involvierten Stellen Details zu dem geplanten Vorgang geklärt werden. Die Wahrscheinlichkeit für eine Entschärfung am Freitag sei aber "sehr hoch".

Die Polizei hatte den Fund der Bombe am Mittwochvormittag bestätigt. "Unsere Kriminaltechniker sind auf dem Weg nach Kreuzberg und werden sich ein Bild von der Lage machen. Anschließend wird über das weitere Vorgehen entschieden", hatte eine Polizeisprecherin gesagt. Nach Angaben der Sprecherin handelt es sich um die selbe Baustelle, auf der am vergangenen Freitag schon einmal eine Bombe gefunden wurde. Die Lindenstraße zwischen Gitschiner Straße und Rudi-Dutschke-Straße wurde vorsorglich für den Verkehr gesperrt.

Mittwochmittag hatten die Kriminaltechniker ihre Begutachtung abgeschlossen. "Die Bombe wurde als 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus US-amerikanischer Produktion identifiziert", hieß es bei der Polizei. Nach Einschätzung der Experten geht von dem Blindgänger aber keine akute Gefahr aus. Die Straßensperrung wurden am Mittwochmittag wieder aufgehoben.

Am Sonntag 11.000 Menschen evakuiert

Die Baustelle in der Lindenstraße liegt nur 100 Meter vom Jüdischen Museum entfernt. Auch bei der am Freitag gefunden Bombe handelte es sich um eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe. Wie berichtet, war der Blindgänger am Sonntagabend entschärft worden. Aus Sicherheitsgründen hatten rund 11.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen.

Nach Angaben der Polizei muss die Bombe an Ort und Stelle entschärft werden. Dies soll in den nächsten Tagen passieren. "Derzeit wird über den Fahrplan für die Entschärfung beraten", so die Polizei. Zu klären sei, wie groß der Sicherheitsbereich sein muss, welche Straßen zu sperren sind und wie viele Anwohner aus ihren Wohnungen gebracht werden müssen.

Die Anwohner müssen sich darauf einrichten, zum zweiten Mal binnen weniger Tage aus ihren Wohnungen geschickt zu werden. "Es werden wohl Maßnahmen in ähnlichem Umfang wie am letzten Wochenende getroffen werden", hieß es bei der Polizei. Sobald der "Fahrplan" für die Bombenentschärfung stehe, werde man sich an die Öffentlichkeit wenden.

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