Brandanschläge : Keine Spur von den Bombenbauern

Nach dem fünften Brandanschlag mit Gaskartuschen in der Nacht zu Donnerstag hat der Staatsschutz offenbar weiterhin noch keine heiße Spur zu den Tätern. Eine Bekennerschreiben sei bisher nicht aufgetaucht, hieß es am Freitag. Linke Szene demonstriert am Samstag in Friedrichshain.

Darüber hinaus wollte die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine weiteren Auskünfte geben. Dabei müsste es zumindest von den Brandstiftern, die am Dienstagmorgen eine Gasbombe vor der Stiftung für Wissenschaft und Politik in Wilmersdorf zündeten, Videoaufnahmen geben. Der Gehweg vor dem Gebäude wird mit Kameras überwacht.

Auch die Frage, ob es sich bei den Anschlägen immer um die gleichen Täter handelt, können die Ermittler bislang nicht beantworten. Auffallend ist aber, dass an früheren Tatorten, genau wie bei dem jüngsten Anschlag am Donnerstag, das Kürzel RAZ für „Revolutionäre Aktionszellen“ gesprüht wurde. Die Gruppe ist bislang noch nicht aufgetaucht. Im Internet kursiert inzwischen ein Video, in dem ein Vermummter den Bau der Gasbomben erklärt.

Heute Nachmittag steht der Polizei ein größerer Einsatz in Friedrichshain bevor. Bis zu 800 Demonstranten werden dort zu einer Hausbesetzerdemonstration erwartet. Unter dem Motto „Gegen die Räumung der Liebig 14“ wollen die Teilnehmer um 14 Uhr von der Rigaerstraße nach Kreuzberg ziehen. Autofahrer müssen mit Sperrungen rund um die Warschauer Straße rechnen. Die Demonstration ist der Abschluss eines neuntägigen „Antiräumungsfestivals“ des Wohnprojektes mit Konzerten, Theateraufführungen und Workshops. Das Haus steht kurz vor der Räumung. Zuletzt hatten zahlreiche Politiker, darunter Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne), versucht, zwischen den Bewohnern und den Eigentümern zu vermitteln. Die Besitzer lehnten bislang jedoch alle Gesprächsangebote ab. Die Bewohner hoffen weiterhin auf eine Lösung und bieten an, das Gebäude selbst zu kaufen. Bei einer gewaltsamen Räumung rechnet die Polizei mit schweren Ausschreitungen. Tsp

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