Brandenburg : Urteil gegen Vater eines verhungerten Säuglings aufgehoben

Er hatte gemeinsam mit seiner Frau seinen Sohn Florian verhungern lassen und wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Wegen eines Formfehlers hob der Bundesgerichtshof das Urteil nun auf. Das Verfahren muss nun wiederholt werden.

Karlsruhe/Frankfurt (Oder)Der zu zehn Jahren Haft verurteilte Vater des verhungerten Säuglings Florian aus Brandenburg muss sich erneut vor Gericht verantworten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) vom August 2008 wegen eines Formfehlers auf. Dem Angeklagten war nach einem Antrag der Staatsanwaltschaft nicht erneut das letzte Wort erteilt worden, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Die Mutter des Kindes war wegen Totschlags durch Unterlassen zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt worden.

Nach Überzeugung der Kammer hatte ein aus mangelndem Einfühlungsvermögen der Mutter und fehlender Durchsetzungskraft des Vaters resultierender Konflikt "in eine Katastrophe geführt". Der Richter sprach von Gleichgültigkeit gegenüber dem Kind. Florian bekam nur unregelmäßig zu essen und starb schließlich im Februar vergangenen Jahres im Alter von sechs Monaten an Unterernährung. Er wog bei seinem Tod weniger als zur Geburt. (jg/dpa)

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