Brandstiftung : Mutmaßliche Auto-Zündlerin kann auf Freilassung hoffen

Wie gewonnen, so zerronnen? Als Alexandra R. gefasst wurde, konnte die Polizei im Kampf gegen die nicht abreißende Serie von Brandanschlägen auf Luxuswagen einen seltenen Erfolg verbuchen.

Als Alexandra R. gefasst wurde, konnte die Polizei im Kampf gegen die nicht abreißende Serie von Brandanschlägen auf Luxuswagen einen seltenen Erfolg verbuchen: Die Festnahme der 21-jährigen Frau aus der linken Szene war die erste in diesem Jahr im Zusammenhang mit den Auto-Brandstiftungen. Nun könnte die Verdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Ein Richter gewährte Alexandra R. gestern Haftverschonung. Weil die Staatsanwaltschaft sofort Beschwerde einlegte, musste sie jedoch zunächst im Gefängnis bleiben.

Die Polizei war für die Haftprüfung im Moabiter Kriminalgericht mit einem starken Aufgebot am Ort, schirmte den nicht öffentlichen Termin ab. Etwa ein Dutzend Freunde der Frau waren aus Protest gegen ihre Inhaftierung gekommen. Alles blieb aber ruhig. Die von der Verteidigung beantragte Haftprüfung verlief für Alexandra R. erfreulich. Das Amtsgericht sah zwar nach wie vor einen dringenden Tatverdacht, wollte die Frau bis zum Prozess aber wieder nach Hause entlassen. Die Staatsanwaltschaft hingegen befürchtet Wiederholungsgefahr und erwirkte, dass die Frau bis zur Entscheidung des Landgerichts in Untersuchungshaft bleibt.

Alexandra R. wurde vor knapp zehn Wochen festgenommen. In der inzwischen erhobenen Anklage wird ihr versuchte Brandstiftung zur Last gelegt. Es war gegen 0.15 Uhr, als zwei Polizisten die Liebigstraße in Friedrichshain entlangfuhren und auf eine Gestalt aufmerksam wurden. Sie habe sich „auffällig an geparkten Fahrzeugen bewegt“, hieß es später. Die Beamten wendeten, um sie besser im Blick zu haben. Statt der Frau sahen sie dann einen Feuerschein. Auf einem Reifen eines Geländewagens brannte ein Grillanzünder. Die Polizisten löschten die Flammen. Kurz darauf hatten sie die Frau wieder im Visier.

Die Serie von Brandanschlägen hält die Polizei seit Monaten in Atem. Ein Porsche in Treptow, zwei Ordnungsamtsfahrzeuge in Reinickendorf, ein Mercedes in Kreuzberg – fast nächtlich brennen Autos. Seit Jahresbeginn sind nach Polizeiangaben bereits 184 Fahrzeuge durch politisch motivierte Anschläge beschädigt worden. An manchen Wochenenden gingen bis zu zehn Wagen in Flammen auf. Derzeit befinden sich vier mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Ob Alexandra R. freikommt, wird das Landgericht voraussichtlich Anfang kommender Woche entscheiden. K.G.

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