Brüder verurteilt : Bewährungsstrafen für arabische Clan-Mitglieder

Die Familie der Angeklagten ist bei Polizei und Justiz seit Jahren bekannt. Arafat A.-C. und Yasser A.-C. bekommen nun Bewährungsstrafen, weil sie sich mit einem anderen Clan anlegten.

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Einige zischten wütend, ein anderer lachte höhnisch auf. Doch unter den Augen der vielen Justizwachtmeister im Gerichtssaal verstummten die Männer auf den Zuschauerbänken schnell. Sie gehörten zur Gruppe, die Arafat A.-C. und Yasser A.-C., Mitglieder einer arabischen Großfamilie, begleitet hatten. Das Urteil regte sie auf. Statt Freispruch, den sie erwarteten, erfolgten Strafen auf Bewährung. In einem Streit mit einer anderen Familie habe man sich auf Straßenland getroffen, um auszutragen, „wer die stärkere Gruppe ist, wer das Sagen hat“, sagte der Richter. „Das hat zu unterbleiben.“

Die Familie der Angeklagten ist bei Polizei und Justiz seit Jahren bekannt. Ein Mann aus dem Umfeld des Clans wurde als ein Drahtzieher des Pokerraubs vom Potsdamer Platz verurteilt. Es gab Verfahren um Zuhälterei, Körperverletzung, Bedrohung. Der jetzige Prozess sorgte für Aufsehen im Gericht: Es war zu Beginn im August zu einer rüden Auseinandersetzung mit Journalisten gekommen. Es gab einen Tritt in Richtung eines Schienbeins, es schwappte ein Eimer Wasser in Richtung eines TV-Teams. Die Szene führte zu Diskussionen, weil anwesende Justizwachtmeister nicht eingegriffen hatten. Der Vorfall hatte Konsequenzen: Für die nächsten Verhandlungstage wurde der Personaleinsatz deutlich verstärkt.

Es ging um zwei Vorfälle. Der 31-jährige Yasser A.-C. sei im Dezember 2009 in Kreuzberg mit einem grauen Daimler absichtlich auf einen Mann zugesteuert, „um ihn einzuschüchtern“, stand am Freitag für das Gericht fest. Hintergrund sei eine Auseinandersetzung gewesen. Yasser A.-C. habe den Mann zwar nicht verletzen wollte, doch er habe „das Auto als Waffe missbraucht“ und sich deshalb eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig gemacht.

In dem anderen Fall sollen beide Brüder im Juni 2010 mit weiteren Mitgliedern der Großfamilie einen Mann aus einer anderen Familie umzingelt haben. Es sei eine Entschuldigung für eine Äußerung verlangt worden. Yasser A.-C. habe mit einer Waffe gedroht. Sein 36-jährige Bruder Arafat A.-C. habe verbal „psychische Beihilfe“ geleistet. Gegen Yasser A.-C. wurden ein Jahr Haft auf Bewährung sowie eine Führerscheinsperre von zwei Jahren verhängt, gegen den älteren Bruder vier Monate Haft auf Bewährung sowie 3000 Euro Buße. Die Bewährungszeit wurde auf jeweils fünf Jahre festgesetzt.

"Aktuelle Ergänzung: Arafat A.-C. wurde am 8. Mai 2013 in II. Instanz freigesprochen."

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