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Bundespolizeieinsatz nach S-Bahn-Defekt : Herthafans mit Helikopter verfolgt

Nichts ging mehr bei der S-Bahn, ausgerechnet nach dem Hertha-Spiel. Mitten auf der Strecke stiegen alkoholisierte Fans aus - die Polizei versuchte, die Schienen wieder frei und damit sicher zu machen.

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Oh, wie ist das schön... Hertha BSC feiert nach dem 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund vor den Fans der Ostkurve.Weitere Bilder anzeigen
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13.12.2014 19:12Oh, wie ist das schön... Hertha BSC feiert nach dem 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund vor den Fans der Ostkurve.

Am Sonnabend gab es mehrere Einsätze der Polizei und der Bundespolizei wegen Randale unter Fußballfans – und nach Problemen mit der S-Bahn. So standen nach dem Spiel Hertha BSC gegen Borussia Dortmund Züge zwischen dem Bahnhof Olympiastadion und Heerstraße rund eine Stunde auf der Strecke. Nach Auskunft der Bundespolizei hatte ein Zug am Bahnhof Heerstraße wohl einen technischen Defekt und kam nicht weiter. So stiegen unzählige alkoholisierte Fußballfans im Freudentaumel oder im Niederlagenfrust auf freier Strecke aus und mussten von Beamten der Bundespolizei wieder auf den rechten Weg gebracht werden.

Mit Wärmebildkamera die Schienen abgesucht

60 Beamte waren im Einsatz; sie prüften auch aus dem Helikopter mit der Wärmebildkamera, ob sich noch Menschen auf den Gleisen befanden. Gesperrt war die Strecke von 18.20 Uhr bis 19.45 Uhr – dann konnte der Strom wieder angeschaltet werden und die Züge wieder fahren. Es gab deutliche Verspätungen bei der S5, der S7 und der S75.

Schon vorm Spiel Polizeieinsätze

Die Bundespolizei bestätigte am Nachmittag, dass 124 Personen aus Dortmund, die mit Nahverkehrszügen nach Berlin zum Hertha-Spiel wollten, in Charlottenburg festgesetzt wurden. Von allen Personen wurden die Personalien festgestellt, acht wurden festgenommen. Unter den überprüften waren nach offiziellen Angaben 25 Männer, die als "Gewalttäter Sport" bei den Behörden registriert sind. Die Gruppe hatte beim Umsteigen in Magdeburg Fans von Hansa Rostock mit Steinen und Flaschen beworfen. Ermittelt wird wegen schweren Landfriedensbruch.

"Wir holen unsere Kumpels raus"

Schon zuvor sollen die Dortmunder sich in den Zügen daneben benommen haben, schon in Nordrhein-Westfalen wurden Zwischenfälle mit der Ultra-Gruppe gemeldet. Nach Polizeiangaben verzichteten die Ultras nach der Überprüfung gegen 15 Uhr auf einen Stadionbesuch und kündigten an, ihre acht festgenommenen Kumpel in der Gefangenensammelstelle der Berliner Polizei in Tempelhof abzuholen. Die meisten Dortmunder Fans kamen mit einem Sonderzug nach Berlin, der in Spandau endete.

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