BVG : 25-Jähriger nach Messerangriff auf Busfahrer wieder in U-Haft

Am 1. März diesen Jahres soll er einen Busfahrer auf der Linie M 29 mit einem Messer niedergestochen haben. Dafür wurde der 25-Jährige bereits verurteilt. Doch dagegen hat die Staatsanwaltschaft nun erfolgreich Beschwerde eingelegt.

Kerstin Gehrke

BerlinVier Monate nach dem umstrittenen Urteil im Prozess um eine Messerattacke auf einen Busfahrer sitzt der Haupttäter wieder im Gefängnis. Mehmet S. sei bereits am Mittwoch verhaftet worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Das Kammergericht habe auf Beschwerde der Anklagebehörde gegen die Freilassung des 25-Jährigen erneut Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen.

Nach dem Urteil kam Täter auf freien Fuß
 
Mehmet S. hatte am 1. März einem Busfahrer der Linie M29 in Kreuzberg ein Messer in den Rücken gerammt. Der 34-Jährige kam mit einer tiefen Wunde ins Krankenhaus. Im Prozess gab S. den Stich zu, bestritt aber eine Tötungsabsicht. Mehmet S. wurde zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, sein 23-jähriger Freund zu drei Jahren. Die 40. Strafkammer des Landgerichts sprach die türkischstämmigen Männer der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Bis zur Ladung zum Strafantritt kamen sie frei.

 Das milde Urteil löste eine Diskussion aus, die der Justiz dann aber zu weit ging. Berliner Richter verbaten sich schließlich Vorwürfe sie würden "Kuschel-Justiz" betreiben und mit Straftätern zu lasch umgehen. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gegen Mehmet S. verlangt und bereits unmittelbar nach dem Richterspruch angekündigt, dass sie Revision einlegen werde. Zugleich rief sie mit einer Beschwerde gegen die Haftentscheidung das Kammergericht an. Im Falle des Mittäters hat die Staatsanwaltschaft die Entscheidungen des Landgerichts akzeptiert.

Jetzt muss der BGH entscheiden

 Mehmet S. und Selcuk B. waren durch Pöbeleien aufgefallen. An der Haltestelle Oranienstraße wurden sie vom Busfahrer aufgefordert, auszusteigen. Es kam zu einem Gerangel, in dem S. zustach. Bei den Angeklagten handele es sich nicht um "gerichtsbekannte Schläger", hieß es im Urteil. Sie seien vielmehr "zu groß geratene Jungs, die unter Alkohol mit ihren Konflikten falsch umgehen und sie nicht dort austragen, wo sie hingehören". Wann der Bundesgerichtshof (BGH) über den Fall entscheiden wird, ist offen. 

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