Charlottenburg : Reifenstecher vom Savignyplatz wieder frei

Der Reifenstecher, der vor allem in der Gegend um den Savignyplatz jahrelang sein Unwesen trieb, ist Anfang Juli aus Psychiatrie entlassen worden. Seitdem werden in der Gegend wieder Autos beschädigt.

Florian Ernst

Seit der Freilassung des Mannes sind laut Polizei in diesem Bereich wieder fünf Autos beschädigt worden, „der Mann könnte dabei wieder als Täter in Frage kommen“. Der 57-jährige hatte in den vergangenen Jahren mehrere hundert Autoreifen zerstochen. Seit März war er für drei Monate in einer Psychiatrischen Klinik untergebracht worden, weil er zuvor wegen exhibitionistischer Handlungen festgenommen worden war. Durch eine richterliche Anordnung wurde er wieder freigelassen.

Nach Aussagen der Staatsanwaltschaft durfte er nicht länger festgehalten werden. „Dafür müssten aufgrund seines psychischen Zustands weitere erhebliche Straftaten zu erwarten sein und dadurch eine erhebliche Gefahr von ihm ausgehen“, sagte eine Sprecherin am Montag. Laut höchstrichterlichem Urteil reichten dafür leichtere Straftaten, wie in diesem Fall Sachbeschädigung, selbst wenn sie in Serie begangen werden, nicht aus. Über die Sachbeschädigung hinaus ginge von ihm laut einem vor der Freilassung erstellten Gutachten keine Gefahr aus, so die Sprecherin.

Auch dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf seien die Hände gebunden, sagte Christiane Cittadini, von der Gesundheitsverwaltung des Bezirks. Das Gesundheitsamt habe seit seiner Entlassung keinen direkten Kontakt zu dem 57-Jährigen. Obwohl er nachgewiesen psychisch krank sei, befinde er sich momentan nicht weiter in Behandlung, da sein Betreuer dafür keine Veranlassung sehe. Es sei zudem unklar, wo sich der Mann zur Zeit aufhalte. In einer Obdachlosenunterkunft, die ihm empfohlen worden sei, soll er bislang nicht aufgetaucht sein. Die Anwohner um den Savignyplatz herum sind von der Nachricht nicht erfreut. „Es stört mich natürlich, wenn Reifen zerstochen werden“, sagte Drago H., der sein Auto immer am Savignyplatz parkt. „Aber man kann ja nichts machen.“ Er werde sein Auto auch weiterhin am Savignyplatz abstellen. Bei der Polizei hieß es, man könne nur „abwarten und Tee trinken und schauen, ob wieder etwas passiert“. Florian Ernst

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