Demo im Prenzlauer Berg : Friedlich gegen Deutschland

Techno-Musik, kurze Dispute mit der Polizei, kaum Handgreiflichkeiten: Die "Antinationale Parade" in Prenzlauer Berg blieb am Samstagabend weitgehend friedlich. Der Protest sollte ein Gegenpol zum Bürgerfest sein.

Florian Ernst

BerlinNach Angaben der Polizei marschierten etwa 2000 Teilnehmer von rund 30 linksradikalen Gruppen unter dem Motto "gegen die falsche Freiheit" vom Rosa-Luxemburg-Platz bis zur Oderberger Straße. Ihr Protest sollte ein Gegenpol zum Bürgerfest anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Bundesrepublik sein.

"Massive Vorkontrollen", so die Polizei, verzögerten allerdings den für 18 Uhr geplanten Start des Umzuges. Zudem durften die Demonstranten erst losziehen, nachdem einige Protestler in den vordersten Reihen laut Polizei verbotene Vermummungen wie Sonnebrillen oder schwarze Schals vor dem Gesicht abgezogen hatten. Als diese "Verstöße gegen die Demonstrationsauflagen" beseitigt waren, ging es ab 20 Uhr weiter.

Vier Lautsprecherwagen hämmerten Techno, auf Transparenten hieß es: "Echte Freiheit wäre viel cooler" oder "Luxus für alle!". Hin und wieder drängte die Polizei auf die Einhaltung der Auflagen. Gegen 22 Uhr endete der Umzug wie geplant an der Oderberger Straße. Die Veranstalter sprachen von 2500 Teilnehmern.

Teils heftige Auseinandersetzungen hatte es hingegen am Freitagabend während einer nicht angemeldeten spontanen Demonstration zwischen Protestlern und Polizei gegeben. So wurden drei Beamte, die in einem Zivilfahrzeug unterwegs waren, als Polizisten erkannt und attackiert. Sie blieben unverletzt, doch einige Scheiben gingen zu Bruch.

Laut Polizei waren es insgesamt etwa 150 Personen aus der linken Szene, die um kurz vor Mitternacht durch die Kastanienallee in Richtung Eberswalder Straße zogen. Sie protestierten mit Plakaten gegen Mieterhöhungen und Räumungen. Auch Feuerwerkskörper wurden gezündet. Nach dem Angriff auf ihre Kollegen löste die Polizei die Veranstaltung auf. 21 Personen wurden überprüft. Ein Teilnehmer der Demonstration wurde wegen gefährlicher Körperverletzung verhaftet.

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