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Demo in Kreuzberg : Polizisten mit Brandsatz und Zwillen attackiert

Etwa 500 Polizisten wurden in der Nacht zu Sonntag von den Teilnehmern einer nicht angemeldeten Demonstration in Kreuzberg attackiert. Die Polizei sprach von einer enormen Gewaltbereitschaft.

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Lichterloh. Neben Böllern, Steinen und einem Brandsatz wurden die Polizisten in Kreuzberg auch mit sogenannten Bengalischen Feuern beworfen. Insgesamt 34 Beamte wurden verletzt. 33 Personen wurden festgenommen, gegen einen Täter erging inzwischen Haftbefehl. Weitere Bilder anzeigen
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17.07.2011 10:30Lichterloh. Neben Böllern, Steinen und einem Brandsatz wurden die Polizisten in Kreuzberg auch mit sogenannten Bengalischen Feuern...

Im Internet war der Krawall angekündigt – und die Linksextremisten machten ihre Drohungen wahr. Mit Steinen, Flaschen, Böllern, Zwillen und einem Brandsatz wurden 500 Polizisten in der Nacht zu Sonntag in Kreuzberg attackiert. 34 Polizisten wurden verletzt, teilweise erlitten sie Knalltraumata. 33 Personen wurden festgenommen, von denen 25 die Nacht in der Gefangenensammelstelle verbringen mussten. Ermittelt wird wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Gegen einen 20-Jährigen, dem schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen wird, wurde Haftbefehl erlassen. Die Polizei sprach bei der Demo von einer enormen Gewaltbereitschaft, so wurde am Mariannenplatz ein Brandsatz auf Beamte geworfen. Nahe einer Wagenburg am Bethaniendamm beschossen Randalierer die Polizisten mit Zwillen.

Die nicht angemeldete Demonstration sollte an den vor zehn Jahren bei Straßenschlachten in Genua erschossenen Carlo Giuliani erinnern und stand unter dem Motto „Rache für Carlo“. Auf einschlägigen linksextremen Internetseiten wurde massiv mobilisiert.  „22 Uhr, Lausitzer Platz“ – so der Treffpunkt. Vergeblich forderte die Polizei zu Beginn über Lautsprecher, dass sich ein Verantwortlicher melden solle. Stattdessen stürmten auf Kommando mehrere hundert überwiegend vermummte Randalierer los, wurden jedoch schnell von der Polizei gestoppt. Ziel sollte eigentlich der Mariannenplatz sein, dessen Grünanlage am 1. Mai von Aktivisten in Carlo-Giuliani-Park umbenannt worden war. Danach begann das bekannte Katz-und-Maus-Spiel zwischen Autonomen und der Polizei.

Immer wieder wurden Polizisten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen. Wie am 1. Mai verfolgte die Polizei die Taktik der „Durchmischung“,  Gruppen von Polizisten  stellen sich dabei zwischen die Demonstranten. So konnten sie nach offiziellen Angaben größere Sachschäden vermeiden. Zudem sei es gelungen, viele erkannte Gewalttäter „beweissicher festzunehmen“. Die linke Szene sprach dagegen von einem überharten und konfusen Einsatz der Polizei. Die Feuerwehr musste gegen 0.30 Uhr brennende Müllcontainer und Gerümpel in der Köpenicker Straße löschen. Selbst dabei wurden Polizeibeamte mit Steinen beworfen. Ha

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