Dieb aus Berlin nach acht Jahren vor Gericht : Sechs Einbrüche und ein sexueller Übergriff

Vor acht Jahren soll Maciej Z. eine Reihe von Überfällen verübt haben. Bei einer Tat soll er eine Hausbesitzerin bedroht und vergewaltigt haben. Seit Dienstag steht er nun vor Gericht.

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Auf den Einbrecher mussten deutsche Behörden lange warten: Maciej Z. hatte sich nach einer Serie von Diebstählen in Berlin zunächst nach Polen abgesetzt. Kurz zuvor soll er von seinem üblichen Schema abgewichen und zum Sexualtäter geworden sein. Zehn Tage nach einem Einbruch in Biesdorf sei er zu dem Haus einer Familie zurückgekehrt, habe die Besitzerin gepackt, bedroht, vergewaltigt. Acht Jahre später begann nun der Prozess vor dem Landgericht. Bevor die Anklage verlesen war, rief Z. bereits: „Ich bin ein Dieb, aber kein Vergewaltiger!“

Der kahlgeschorene Mann hatte sich zwischen April und Juni 2005 in krimineller Absicht durch die Stadt bewegt. „Vier der sechs angeklagten Einbrüche habe ich gemacht“, gab der 38-Jährige zu. Er hatte demnach Türen aufgehebelt oder war durch offene Fenster eingestiegen, um Schmuck, Elektronik, Geld zu erbeuten. Maciej Z. gab zwar zu, in dem Haus in Biesdorf - aus Sicht der Ermittler die fünfte Tat - gewesen zu sein. Doch es habe sich um eine Art Auftragsarbeit gehandelt.  

„Es sollte ein Diebstahl vorgetäuscht werden, um dann von der Versicherung zu kassieren“, behauptete der notorische Einbrecher. Gemeinsam hätten er und die Hausbesitzerin den wertvollen Familienschmuck und weitere teure Gegenstände in einen Rucksack gesteckt, diesen dann im Gartenhaus versteckt. „Dabei kam es auch zu ein bisschen Sex“, so Z.

Die inzwischen 53-jährige Frau zeigte sich fassungslos, als sie von seiner Version erfuhr: „Das ist absolut gelogen.“ Allerdings wichen viele ihre jetzigen Angaben von jenen vor acht Jahren ab. Damals war man davon ausgegangen, dass der Einbrecher auch einen Schlüssel erbeutet hatte und zehn Tage später unbemerkt in das Wohnzimmer der Frau geschlichen war. Nun sagte die 53-Jährige, sie habe ihm die Tür geöffnet, sei nach kurzem Wortwechsel mit ihm auf die Straße gegangen. „Ich wollte ihn aus dem Haus haben, dann kam es zu dem Übergriff.“ Der Prozess geht Dienstag weiter.

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