Drogenschmuggel unterstützt : Tarnung für Dealer - Lehrling verurteilt

Als Helfer einer Bande von Drogenhändlern ist ein Lehrling zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Eine Reise für lau von Berlin über Düsseldorf in die Niederlande sah Michael K. als ein willkommenes Abenteuer. Er stieg mit einem flüchtigen Bekannten erst in ein Flugzeug, dann in ein Auto. Etwa 24 Stunden dauerte der „Ausflug“. Doch es schlossen sich zwei Monate Untersuchungshaft an. Der 23-Jährige hatte sich mit einer mutmaßlichen Gruppe von Drogenhändlern eingelassen. „Ich will nie wieder ins Gefängnis zurück“, stöhnte der Lehrling nun vor dem Landgericht.

Sein „Gastgeber“ soll ihn als seine Art Tarnung mitgenommen haben. „Ich habe Tarek R. Hilfe geleistet, ich war als Reisebegleiter erwünscht“, gab K. zu. „Weil man sich zu zweit unauffälliger bewegen kann.“ Kost und Logis seien für ihn frei gewesen. Zudem sei er mit 20 Gramm Cannabis für den Eigenkonsum gelockt worden. „Ich will künftig ein drogenfreies Leben führen“, versprach der Lehrling. Er habe sich sofort nach seiner Haftentlassung um eine Ausbildung gekümmert und erziele inzwischen „Top-Noten“.

Michael K. war ein kleines Rädchen in einem kriminellen Getriebe, für das ein 28-jähriger Mann aus einer arabischen Großfamilie mitverantwortlich sein soll. R. steht in Verdacht, von Anfang 2012 bis Juli 2014 regelmäßig Marihuana aus den Niederlanden bezogen zu haben. Als ein Mittelsmann und Fahrer gilt ein 63-jähriger Holländer. Bei 18 Autofahrten sollen insgesamt rund 160 Kilogramm nach Berlin geschmuggelt worden sein. Abnehmer sei hauptsächlich R. gewesen. Ab April soll er sich mit vier mutmaßlichen Komplizen vor Gericht verantworten.

Dem Lehrling war bewusst, dass es um ein Rauschgiftgeschäft ging. Sieben Kilo Cannabis soll R. bei der Fahrt nach Tilburg im Juli 2014 gekauft haben. Nach einer Nacht im Hotel seien K. und Tarek R. per Bahn abgereist. Doch die Fahnder hatten die Gruppe bereits im Visier. In Berlin klickten die Handschellen. Nun atmete Michael K. auf: Das Gericht verhängte ein Jahr Haft auf Bewährung wegen Beihilfe zum Drogenhandel.

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