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Durchsuchung bei "Mongols" : Rocker bauten Rohrbomben

Die Berliner Rockergruppe "Mongols" steht möglicherweise kurz vor einem Verbot. Bei Durchsuchungen von elf Wohnungen in Berlin und Brandenburg wurden Sprengstoff und fertige Rohrbomben gefunden.

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Großspurig hatten sie angekündigt mit Gewalt den Bandidos-Rockern und Hells Angels das Revier streitig zu machen. Jetzt sitzen die meisten der Gruppe hinter Gittern. Nach der Razzia beim „Mongols MC“ ordnete der Haftrichter am Donnerstag für vier Rocker Untersuchungshaft an. Weitere Haftbefehle sollen folgen. Der Vorwurf wiegt schwer: Bildung einer kriminellen Vereinigung und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Wie berichtet, hatten am Mittwochfrüh 120 Polizisten, unterstützt von einem Sonderkommando, elf Rockerwohnungen in Reinickendorf, Neukölln, Spandau und Brandenburg gestürmt. Neun Mitglieder wurden festgenommen. Mit den zahlreichen beschlagnahmten Messern, Knüppeln und Schlagstücken hatten die Einsatzkräfte gerechnet. Doch der gefundene Sprengstoff und die beiden selbst gebauten Rohrbomben haben selbst erfahrene Ermittler überrascht. Ein Polizeisprecher sprach von einem „großen Ermittlungserfolg“.

Die Auswertung der sichergestellten Beweise durch die für Bandenkriminalität zuständige Abteilung 4 des Landeskriminalamtes am Tempelhofer Damm, dauerte die ganze Nacht. Fingerabdrücke, Fotos und DNA-Proben wurden von den Rockern angefertigt. Ohne Haftbefehl kann die Polizei verdächtige bis zu 48 Stunden festhalten. Bis zum Donnerstagmittag war noch niemand der Männer entlassen worden.
Der ohnehin schon blutige Rockerkrieg zwischen Bandidos und Hells Angels, drohte durch den Auftritt der besonders gewalttätigen Mongols zu eskalieren.

Die Mongols waren zuletzt in Bremen aktiv. Dort sollen sich vor allem Männer aus einer einschlägig bekannten libanesisch-kurdischen Großfamilie zu der Rockergruppe zusammengeschlossen haben. Vor wenigen Monaten tauchten sie erstmals in Berlin auf und veröffentlichten im Internet eine Kampfansage gegen die in der Hauptstadt dominierenden Hells Angels. Die Polizei ist seitdem in Alarmbereitschaft, da ein neuer Rockerkrieg befürchtet wurde.

Mehrfach wurden Mongols-Mitglieder kontrolliert und Waffen beschlagnahmt. Zuletzt am Dienstag. Polizisten hatten einen 22-jährigen Mongol gegen 15 Uhr an der Leipziger Straße Ecke Markgrafenstraße in Mitte angehalten, weil er nicht angegurtet unterwegs war und somit eine Ordnungswidrigkeit begangen hat. Während der Kontrolle baten die Beamten den Autofahrer dann routinemäßig noch, seinen Verbandkasten und das Warndreieck zu zeigen. Doch nun wirkte der Autofahrer offenbar unsicher. Im Kofferraum fanden die Einsatzkräfte eine Machete und drei Axtstiele. Bei der Durchsuchung des Autos entdeckten sie dann noch drei griffbereite Messer und eine Pfefferspraydose, die unter dem Beifahrersitz lag.

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