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Durchsuchungen : Razzia gegen Schwarzarbeiter-Netzwerk

17.11.2011 22:33 Uhrvon
Schwarzarbeit richtet immensen wirtschaftlichen Schaden an. Foto: dpaBild vergrößern
Schwarzarbeit richtet immensen wirtschaftlichen Schaden an. - Foto: dpa

UpdateEine kriminelle Bande soll seit drei Jahren hunderte Schwarzarbeiter aus Osteuropa und Portugal nach Deutschland eingeschleust haben. Fahnder durchsuchten allein in Berlin und Brandenburg mehr als 30 Objekte.

Bei einem bundesweiten Großeinsatz gegen eine kriminelle Bande im Bereich des Baugewerbes haben mehrere hundert Polizei- und Zollbeamte am Donnerstag allein in Berlin und Brandenburg mehr als 30 Privathäuser und Firmengebäude durchsucht. Drei Hauptbeschuldigte wurden mit Haftbefehl in Berlin festgenommen. Sie sollen seit 2008 hunderte Schwarzarbeiter aus Osteuropa und Portugal eingeschleust und auf Großbaustellen im gesamten Bundesgebiet vermittelt haben, laut RBB-Abendschau auch auf die Baustelle des neuen Zoofenster-Hochhauses am Bahnhof Zoo. Sozialversicherung und Lohnsteuer seien umgangen worden. Nach Angaben des Zolls entstand dadurch ein Schaden „im oberen zweistelligen Millionenbereich“.

In Berlin wurden bei der Razzia unter anderem Gebäude in Tempelhof und in Steglitz durchsucht, in Brandenburg Firmensitze in Altenhof am Werbellinsee sowie in Potsdam. Die Beamten beschlagnahmten teils hochwertige Pkw der mutmaßlichen Täter, Betäubungsmittel, Waffen und Munition sowie „Vermögensgegenstände“ im Gesamtwert von rund 1,5 Millionen Euro. Koordiniert wurde die Aktion von der Sonderkommission ,,Taurus" des Zolls und der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main.

Die ersten Ermittlungen begannen 2008 nach einer Kontrolle auf der Baustelle der Konzernzentrale der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt a.M.. Damals entdeckten die Zollbeamten im Zusammenhang mit dort illegal Beschäftigten erste Hinweise auf die offenbar gut organisierte Bande. In den Folgejahren kam die Kommission mit minutiöser Kleinarbeit ,,dem komplexen Aufbau eines bundesweit tätigen Schwarzarbeiter-Netzwerks" auf die Spur. Die meisten eingeschleusten Arbeiter hätten keine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis gehabt, heißt es. Sie seien von zahlreichen ineinander verschachtelten Service-Firmen verschoben worden. Mit diesem schwer durchschaubaren ,,Geflecht" hätten die mutmaßlichen Täter versucht, ihre kriminellen Aktivitäten zu verschleiern. Scheinfirmen hätten Scheinrechnungen ausgestellt, Schwarzgelder ,,zur Auszahlung von Schwarzlöhen generiert" und verdeckte Gewinne weitergeleitet

Spezialkräfte verhafteten die drei Hauptbeschuldigten im Raum Berlin, ein Hubschrauber brachte das Trio danach zur Vernehmung nach Frankfurt a.M.. Es handelt sich um einen Deutschen, Griechen und Serben, alle drei sind 40 Jahre alt. Gegen die Verantwortlichen mehrerer großer Baufirmen, mit denen die Verhafteten zusammenarbeiteten, liegt nach Angaben des Zolls bislang kein Haftbefehl vor.

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