EC-Kartenklau in Berlin : Endstation für Klinik-Diebin

Eine 56-Jährige stahl EC-Karten aus Krankenzimmern – immer wieder. Nun erhielt die Frau aus Steglitz 15 Monate Haft.

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Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Die Diebin stöhnte. „Frau Richterin, ich habe das Helfersyndrom.“ Immer sei es ihr um andere Menschen gegangen. „Nie um mich.“ Astrid K. hat es schon oft mit Ausreden versucht. „Ich war auch unterzuckert“, schob sie nun nach. „Hören Sie auf“, brach die Richterin das Jammern ab. Astrid K. ist eine Klinik-Diebin. Um vier Patientinnen ging es nun. Bargeld und EC-Karten hatte Astrid K. erbeutet. In zwei Fällen auch die dazugehörige PIN. Sie räumte die Konten ab, bis das Limit erreicht war.

Die Frau von 56 Jahren beschäftigt seit 13 Jahren die Justiz. Meistens waren es Diebstähle und Betrügereien. Für einen Beutezug fuhr die Steglitzerin quer durch die Stadt. Ihre letzten Taten verübte sie im Helios-Klinikum in Buch. Sie  verhielt sich geschickt und unauffällig, als sie im Januar und Juli 2014 über die Flure ging und wie selbstverständlich in Patientenzimmer sah. Ihre Opfer wurden gerade operiert oder untersucht. Dreist ging Astrid K. an Schränke, Taschen und Schubladen. Sie erbeutete bei der letzten Serie rund 2700 Euro.

„Vielleicht kam ich auf die Idee, weil ich auch oft in einer Klinik war“, stöhnte die Angeklagte. Sie habe wegen gesundheitlicher Probleme zuletzt nicht arbeiten können. „Aber ich wollte vor meiner Familie immer gut dastehen.“ Großzügig sein und Geschenke machen. „Sie nutzte die hilflose Lager der Opfer aus“, so die Anklage.

Die Familie wollte derartige Gaben nicht. Als die Polizei im September mit Bildern aus einer Bank-Überwachungskamera nach der Klinik-Diebin fahndete, waren es die eigenen Verwandten, die den Tipp gaben. Die Frau musste eine frühere Strafe von 18 Monaten antreten. Astrid K. wollte nun mit Bewährung davonkommen. Sie bereue ihre Taten. In Haft führe sie sich gut, habe bereits „viel dazugelernt und nachgedacht“, sie arbeite auch seit fünf Monaten, sagte sie und bat um eine Chance. Sie bekam sie nicht: Weitere 15 Monate Haft.

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