Einsatz bei Air Berlin in Tegel : Scherz über Bombe: Polizei holt Mann aus Flugzeug

Flugausfall, Flugzeugräumung und Polizeieinsatz in Tegel: Der vermeintliche Scherz eines Fluggast über eine Bombe könnte teuer werden.

Felix Hackenbruch
Bitte aussteigen. Wegen eines Bombenscherzes dürfte ein Air-Berlin-Passagier nicht mitfliegen.
Bitte aussteigen. Wegen eines Bombenscherzes dürfte ein Air-Berlin-Passagier nicht mitfliegen.Foto: dpa

Es sollte wohl nur ein schlechter Scherz sein, den ein 71-jähriger Mann am Mittwochabend am Flughafen Tegel vor seinen Air-Berlin-Flug nach Köln machte, doch er war folgenreich. Kurz bevor er das Flugzeug betreten wollte, fragte er seinen Begleiter, ob dieser eine Bombe dabei habe. So zumindest berichtet es Thorsten Peters, Pressesprecher bei der Bundespolizei, am Freitag unter Berufung von Zeugenaussagen. Eine Air-Berlin-Mitarbeiterin hörte die Frage und informierte darauf das Bordpersonal. Von dort gelangte die Information zum Flugzeug-Kapitän, der von seiner Bordgewalt Gebrauch machte und die beiden Passagiere vom Flug ausschloss. Polizisten begleiteten sie aus der Maschine.

Der Flug wurde gestrichen

Doch auch für die übrigen Fluggäste war der Vorfall ärgerlich. Denn nachdem die Polizei die beiden Männer verhört und Entwarnung gegeben hatten, entschied sich Air Berlin nach etwa einer Stunde, den Flug AB6517 aus "operativen Gründen" zu streichen und das Flugzeug zu räumen, wie Theresa Krohn, Pressesprecherin bei Air Berlin sagte. "Wir haben uns darauf bemüht, die 179 Fluggäste auf andere Airlines umzubuchen, allerdings war dies wegen des Feiertages am Donnerstag nicht in jedem Fall möglich," sagte Krohn. Einige Fluggäste mussten deshalb die Bahn nach Köln nehmen. Auch wenn die Polizei schnell Entwarnung gegeben hat, rechtfertigt die Airline ihr Vorgehen: "Wir nehmen jeden Hinweis ernst, schließlich hat Sicherheit bei uns höchste Priorität."

Das könnte teuer werden

Für den 71-Jährigen ist die Geschichte allerdings noch nicht zu Ende. Die Bundespolizei prüft aktuell, ob eine Ordnungswidrigkeit vorliegt, und auch die Airline überlegt, zivilrechtliche Schritte einzuleiten. Der Witz könnte also noch teuer werden.

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