Einsatz der Bundespolizei : Brandstreifen fingen Diebe und Schmierer

Die gegen Autozündler eingesetzte Bundespolizei ging auch gegen andere Straftäter vor. Das Land Berlin kostete die Unterstützung mit wöchentlich 1800 Beamten rund 2,5 Millionen Euro.

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In Mitte brannte dieses Auto, unter dem Fenster des Fotografen.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Enrico Vogler
30.08.2011 15:00In Mitte brannte dieses Auto, unter dem Fenster des Fotografen.

Bei dem mehr als zehnwöchigen Einsatz der Bundespolizei gegen Autobrandstifter im Herbst sind mehr als 100 Straftäter festgenommen worden. Dies geht aus internen Statistiken der Bundespolizei hervor, die dem Tagesspiegel vorliegen. Demnach wurden bei den nächtlichen Streifengängen 52 Täter nach Sachbeschädigungen festgenommen, 22 nach Diebstählen, 15 nach Drogendelikten und neun nach Trunkenheitsfahrten. Zudem „entdeckten die eingesetzten Kräfte mit Masse Fahrraddiebstähle, Graffiti, Kfz-Aufbrüche, Parkrempler“, heißt es in dem Papier weiter. Das Präsidium der Bundespolizei zieht dieses Fazit: „Neben dem Rückgang an brennenden Kfz hat der Einsatz als positiven Nebeneffekt hohe Erfolge im Kampf gegen die Allgemeinkriminalität zu verzeichnen.“

Wie berichtet, hatte Berlin im August die Bundespolizei zu Hilfe geholt, nachdem die Zahl der Autobrandstiftungen über Wochen außergewöhnlich hoch war. Vom 22. August bis 17. Oktober waren in jeder Nacht mehrere hundert Beamte des Bundes in zivil in der Innenstadt unterwegs – und mit einem Hubschrauber mit Spezialsichtgeräten in der Luft. Nachdem Ende September ein polizeibekannter Linksextremist durch eine Zivilstreife der Bundespolizei auf frischer Tat festgenommen worden war, ebbte die Brandstiftungswelle spürbar ab – es war der entscheidende Schlag.

Friedhof der ausgebrannten Autos
In einer Halle in Schöneberg sammelt die Polizei die ausgebrannten Autos der vergangenen Monate. Eine Bildergalerie.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: Henning Onken
19.08.2011 08:01In einer Halle in Schöneberg sammelt die Polizei die ausgebrannten Autos der vergangenen Monate. Eine Bildergalerie.

Deshalb wurden am 18. Oktober die meisten Beamten abgezogen, am 31. Oktober endete die Unterstützung. Dem Vernehmen nach muss das Land Berlin für die zehn Wochen 2,5 Millionen Euro zahlen. Pro Nacht waren nach Angaben der Bundespolizei durchschnittlich 256 Beamte im Einsatz für die Soko „Feuerschein“, also pro Woche 1800. In dem Bericht werden mehrere gravierende Attacken gegen Beamte genannt, die bislang nicht bekannt waren. So zogen in zwei Fällen Polizisten ihre Waffe, nachdem sie mit Messern angegriffen wurden. Eine Beamtin wurde durch einen Faustschlag ins Gesicht verletzt, als ein Unbekannter ihr Dienstfahrrad stehlen wollte.

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