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Ermittlungen : Neue Spuren zum Entführer von Storkow

Die Polizei bringt ein auffälliges Kajak mit dem Kidnapper in Verbindung, der einen Geschäftsmann am Wochenende brutal entführte. Trotz neuer Hinweise geht die Großfahndung weiter.

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Spurensuche. Die Polizei ist am Tatort auch mit einer Taucherstaffel angerückt. Am Freitagabend wurde der Berliner Unternehmer in Storkow auf eine Schilfinsel entführt, konnte dann aber Sonntag früh fliehen.
Spurensuche. Die Polizei ist am Tatort auch mit einer Taucherstaffel angerückt. Am Freitagabend wurde der Berliner Unternehmer in...Foto: Steffen Tzscheuschner

Bei der Polizei gehen nach der Entführung eines 51-jährigen Geschäftsmannes immer mehr Hinweise auf den möglichen Täter ein. Einige Bürger haben demnach Boote an ungewöhnlichen Stellen gesehen, andere auch Angler, die gar nicht wirklich angelten. Die Beschreibungen könnten auf den gesuchten Täter zutreffen, ebenso die Hinweise zu den Orten, wo sich Personen offenbar auffällig verhalten haben, sagte ein Sprecher. „Wir gehen jedem Hinweis nach. Wichtig ist, dass die Bürger uns alles melden, was ihnen aufgefallen ist.“ Der Täter soll 1.70 bis 1.85 Meter groß sein, muskulös, 25 bis 50 Jahre alt und Rechtshänder sein. Eine Belohnung ist ausgesetzt.

Am Mittwochabend wurde der Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ präsentiert – und zwar als „Studiofall“. Für eine szenische Darstellung des Tathergangs im Kurzfilm mit Laiendarstellern sei die Zeit zu knapp gewesen, hieß es bei der zuständigen Agentur. Moderator Rudi Cerne bat um Hinweise zu der Tat, die auf Wunsch auch anonym gegeben werden können.

Bereits am Sonntagabend haben Beamte im Schilf in der Nähe der Insel, auf der der Geschäftsmann vom Entführer von Freitagabend bis Sonntag früh festgehalten worden war, ein Kajak gefunden. Bei dem gelb-rot-grünen, gemusterten, 4.15 Meter langen Boot handelt es sich nach Angaben der Ermittler um ein seltenes Modell. Laut „XY“ misst es an der breitesten Stelle 62 Zentimeter. Das Kajak weist laut Polizei deutliche Gebrauchsspuren auf, die Farbe ist teilweise abgeplatzt, es ist aber ein neues schwarzes Seil angebracht. Am Bug des Kajaks war jenes Klebeband befestigt, das dem bei der Entführung verwendeten gleicht. Spezialisten im brandenburgischen Landeskriminalamt (LKA) untersuchen jetzt Fingerabdrücke und DNA-Spuren.

Ein neuer Blick auf den "Maskenmann-Prozess"
Der Tatverdächtige Dachdecker Mario K. verdeckt im Gerichtssaal im November 2014 sein Gesicht mit einem Schnellhefter. Unsere Fotogalerie zum Fall.Weitere Bilder anzeigen
1 von 14Foto: Patrick Pleul/dpa
18.05.2015 08:49Der Tatverdächtige Dachdecker Mario K. verdeckt im Gerichtssaal im November 2014 sein Gesicht mit einem Schnellhefter. Unsere...

Die Ergebnisse der Tests sowie das abschließende Gutachten das Bundeskriminalamts zum Projektil, das der Entführer im Haus des Unternehmers abgefeuert hatte, liegen noch nicht vor. Nach einer vorläufigen Einschätzung stammt die Kugel aus derselben Pistole wie beim Anschlag auf die Berliner Millionärsfamilie Pepper in Bad Saarow im Herbst 2011. Die Polizei geht deshalb von einem gefährlichen Serientäter aus, der sich in der Gegend bestens auskennt.

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