Ermittlungen : Prügelattacke: Waren weitere Polizisten dabei? - Opfer noch nicht angehört

Die Polizei prüft, ob in den Vorfall während der Datenschutz-Demonstration mehr Beamte verwickelt waren als die beiden Bereitschaftspolizisten, gegen die wegen Körperverletzung im Amt ermittelt wird. Außerdem teilte die Polizei mit, sie habe das Opfer noch "nicht persönlich" erreicht.

Bernd Matthies,Ulrich Zawatka-Gerlach

Die Auswertung von Polizeivideos soll weiteren Aufschluss über die Zahl der beteiligten Polizisten geben, hieß es. Rechtsanwalt Johannes Eisenberg, der den verletzten Radfahrer vertritt, teilte am Dienstag mit, sein Mandant habe sich, anders als von der Polizei dargestellt, nach deren Weisungen gerichtet, sei aber trotzdem von den Beamten zurückgerissen und misshandelt worden. Ihm sei unverständlich, dass die betreffenden Polizisten nicht sofort mit einem Dienstverbot belegt worden seien.

Die Polizei teilte am Dienstagabend mit, sich habe sich bisher vergeblich um die Vernehmung des Opfers bemüht. Die Ermittler hätten den Mann „nicht persönlich“ erreicht.

Auf Antrag der FDP hat der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses den Polizeieinsatz auf die Tagesordnung gesetzt. Das entspricht auch dem Informationsbedürfnis aller Fraktionen. Grüne und Jungsozialisten nahmen die Übergriffe einzelner Polizisten zum Anlass, die Forderung nach namentlicher Kennzeichnung von Einsatzkräften zu erneuern. Der Senat befasste sich gestern laut Senatssprecher Richard Meng „nur am Rande der Sitzung“ mit dem Thema. Die Aufklärung der Vorgänge sei in erster Linie eine Angelegenheit der Polizei.

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