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Ex-Rocker-Gruppierung im Visier : Massenprügelei auf der Karl-Marx-Straße

27.11.2012 09:35 Uhrvon

Tumult auf der Karl-Marx-Straße in Neukölln: Rund 30 Leute sind dort am Montagabend aneinander geraten. Als die Polizei kam, wurde auch sie bedroht. Wie sich herausstellte, gehören etliche Beteiligte einer verbotenen Rocker-Gruppierung an.

Auf der Neuköllner Karl-Marx-Straße ist es am Montagabend nicht nur laut, sondern auch gewalttätig zugegangen: Rund 30 Leute haben sich dort geprügelt. Als die Polizei kam, wurde auch sie bedroht. Etliche Beteiligte gehörten einer mittlerweile verbotenen Rocker-Gruppierung um den damaligen Klub-Chef Kadir P. an.
Die Polizei wurde gegen 20 Uhr in die Karl-Marx-Straße gerufen, weil es gegenüber dem „Heimathafen Neukölln“ zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mehreren türkischstämmigen Männern gekommen war, wie ein Ermittler sagte.

Als die Beamten ankamen, schlugen sich die Kontrahenten mitten auf der Fahrbahn. Binnen kürzester Zeit sei die Gruppe auf 30 Männer angewachsen. Teilweise seien die Beteiligten in teuren Autos – darunter einem Audi A7 – vorgefahren. „Dann sprühte einer von ihnen Pfefferspray in die Menge“, sagte der Ermittler. Die Beamten griffen ein, dabei bedrohte nun ein 44-Jähriger einen Polizisten mit einem Messer. Dessen Kollegen setzten Pfefferspray ein, so dass der Angreifer das Messer fallen ließ und vorläufig festgenommen werden konnte.

Wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, gehören etliche Beteiligte der Schlägerei der Rockerszene an. Sie waren Mitglieder der mittlerweile verbotenen Gruppierung "Hells Angels Berlin City". Auch deren damaliger Chef Kadir P., der in der Szene als „Rocker-Pate“ firmiert, soll bei der Schlägerei anwesend gewesen sein, wie Zeugen später den Beamten sagten. Der ehemalige Boxer hatte mit den „Hells Angels Berlin-City“ die angeblich brutalste und unberechenbarste deutsche Gruppe der weltweit agierenden Bruderschaft geführt, wie es in Ermittlerkreisen heißt. Auch ein Gefolgsmann des ehemaligen Chefs, Ensar K., ist bei der Prügelei auf der Karl-Marx-Straße am Montag dabei gewesen, bestätigte ein Ermittler.

Warum die Männer in Streit geraten waren, ist der Polizei nicht bekannt. „Das verraten die uns nicht. Die schweigen eisern gegenüber der Polizei“, sagte ein Beamter. Stattdessen hätten die Kontrahenten den arabischen, selbst ernannten Neuköllner „Friedensrichter“ Hassan Ali Allouche herbeigerufen. „Er sollte offenbar unter den Beteiligten schlichten“, sagte ein Ermittler. Details dazu seien der Polizei nicht bekannt. Die Beamten hätten Ermittlungen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs eingeleitet und Platzverweise erteilt.

Die „Hells Angels Berlin-City“ waren Ende Mai von Innensenator Frank Henkel (CDU) verboten worden. Vorgeworfen wurden dem Klub unter anderem Gewalttaten, Waffendelikte und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Doch Kadir P. war offenbar vorgewarnt worden und hatte seinen Verein mit rund 40 Mitgliedern und etwa 50 Unterstützern zuvor aufgelöst. Vereinsschilder am Klubhaus waren verschwunden, die Totenkopfkutten gegen weiße T-Shirts ausgetauscht worden. Die Razzia war vorab verraten worden.

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