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Explosive Buddelei im Wald : Weltkriegsmunition in Spandau gefunden

Unbekannte wollten in einem Wäldchen im Spandauer Ortsteil Staaken Granaten und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg ausgraben - direkt in der Nähe von Einfamilienhäusern.

Der Fundort, der unweit einer Kindertagesstätte liegt, wurde zur Suche nach weiteren Kriegsrückständen abgesperrt. Am Dienstag gegen 16.30 Uhr hatte ein Spaziergänger mehrere Männer beobachtet, die in dem am Döberitzer Weg rund 500 Meter südlich der Heerstraße gelegenen Waldstück im Erdreich buddelten. Als er sie ansprach, verschwanden die Unbekannten. Der Zeuge entdeckte die Relikte und alarmierte die Polizei. Spezialisten des Landeskriminalamtes stellten acht Granaten, 15 Panzerfaustrohre und etwa 20 Kilogramm Patronen sicher. Da man dort weitere Munition im Gelände vermutet, wurde ein Kampfmittelräumdienst beauftragt.

Das Wäldchen liegt an einem unbefestigten Weg. In der Nähe befinden sich Einfamilienhäuser und eine Außenstelle der Kita der Evangelischen Kirchengemeinde, die gestern nicht genutzt wurde. Lediglich eine über den Weg gespannte, rot-weiße Flatterleine und ein Schild mit der Aufschrift „Munitionsbergungsarbeiten – Lebensgefahr“ warnten am Mittwoch vor dem Betreten. Die Bewohnerin eines nur 100 Meter entfernten Häuschens hatte den Hinweis gesehen, vom Geschehen aber nichts mitbekommen.

Die Umgebung hat eine große militärische Vergangenheit. Der Döberitzer Weg führt weiter über die Landesgrenze in die Döberitzer Heide. Sie diente seit 1892 als Truppenübungsplatz und wurde zuletzt bis zum Abzug der Russischen Streitkräfte von der Roten Armee genutzt. Teilbereiche sind noch immer mit Munition kontaminiert. Einige hundert Meter östlich des Wäldchens befindet sich die Ruine des 1888 in Dienst gestellten Fort Hahneberg, das im Zweiten Weltkrieg als Militärlazarett und Flakstellung diente. Nördlich des Nennhauser Dammes befindet sich das Areal des ehemaligen Flugplatzes Staaken, der im Krieg von der Luftwaffe und danach noch einige Jahre von der Roten Armee genutzt wurde.

Gegen die unbekannten Männer wurde laut Polizei bisher kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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