Fahndung nach Betrügern : Mit billigem Trick tausende Euro erbeutet

Mit dem "Wash-Wash"-Trick hat ein Betrüger-Duo zwei Männer um einen fünfstelligen Betrag gebracht. Nun veröffentlicht die Polizei ein Fahndungsfoto

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Fahndungsfoto: Einer der gesuchten mutmaßlichen Betrüger.
Fahndungsfoto: Einer der gesuchten mutmaßlichen Betrüger.Foto: Polizei

Verlockend hohe Bargeldsummen, wundersame Geldvermehrung - das sind die Köder des sogenannten "Wash-Wash-Tricks, auf den seit einigen Jahren offenbar immer wieder unter Geldnot leidende Geschäftsleute hereinfallen. Einer der letzten Fälle ereignete sich im Spätsommer 2015 in einem Hotel in Berlin, wurde aber erst jetzt durch einen Fahndungsaufruf bekannt. Die Opfer sind zwei 23 und 29 Jahre alte Männer. Sie wurden um einen fünfstelligen Eurobetrag geprellt. Nach ersten Ermittlungen gingen sie einem Betrüger-Duo aus Kamerun auf den Leim, das offenbar seit längerem bundesweit versucht, mit dem Trick an große Summen zu kommen. Von einem der mutmaßlichen Täter hat die Polizei am Montag ein Fahndungsfoto veröffentlicht.

Ein Bauprojekt auf Teneriffa sollte finanziert werden

Der jüngere betrogene Mann lebt in Hennef im Rhein-Sieg-Kreis, sein älterer Geschäftspartner stammt aus Teneriffa. Beide suchten in den vergangenen Monaten Geldgeber für ein größeres, aus ihrer Sicht gewinnversprechendes Bauprojekt auf der größten Kanarischen Insel und hatten laut Polizei entsprechende Suchanzeigen im Internet geschaltet. Daraufhin meldeten sich bei ihnen die zwei aus Kamerun und gaukelten den Geschädigten bei einem ersten Treff in einem Berliner Hotel offenbar vor, "dass sie ganz groß einsteigen könnten, zum großen teil sogar mit Bargeld", so eine Ermittlerin aus dem Rhein-Sieg-Kreis.

Am Ende hatten die Opfer wertloses schwarzes Papier in der Hand

Um ihre Opfer endgültig zu überzeugen, wendeten sie nun den Wash-Wash-Trick an. Dabei behaupten die Betrüger, sie hätten große Summen in Barscheinen schwarz gefärbt, um sie vom Ausland gefahrlos am Zoll vorbei schmuggeln zu können. Mithilfe einer speziellen Substanz und echter Geldscheine könne das Geld - sogenanntes Wash-Wash-Money - wieder entfärbt werden. Lassen sich die Opfer auf den Deal ein und stellen eigenes Geld zum Entfärben zur Verfügung, werden sie mit Hilfe von Taschenspielertricks wie bei den Hütchenspielern um ihr Bares gebracht und erhalten wertloses schwarzes Papier.

So hat es sich offenbar auch bei der Zusammenkunft in Berlin zugetragen. Während des Treffens fotografierten die Geschädigten unbemerkt einen der mutmaßlichen Täter. So entstand das Fahndungsbild.

Nun fragt die Polizei: "Wer kennt den abgebildeten Mann? Wer kann Hinweise zu seinem Aufenthalt oder seiner Identität machen?" Hinweise nimmt die ermittelnde Kriminalpolizei Siegburg unter der Telefonnummer 02241 541-3121 entgegen.



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