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Fahrlässige Tötung : Bewährungsstrafe nach Reisebus-Unglück mit 14 Toten

Tödliches Ende einer Ferienfahrt: Ein polnischer Reisebus prallt nahe Berlin gegen den Pfeiler einer Autobahnbrücke. Danach sterben 14 Menschen. Eine Autofahrerin ist jetzt in Potsdam verurteilt worden.

26. September 2010: Ein polnischer Reisebus verunglückt schwer. Schuld an dem Unfall war der Fehler einer PKW-Fahrerin.
26. September 2010: Ein polnischer Reisebus verunglückt schwer. Schuld an dem Unfall war der Fehler einer PKW-Fahrerin.Foto: dapd

Nach dem Reisebus-Unglück mit 14 Toten bei Berlin ist die Unfallverursacherin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Potsdam verhängte gegen die Autofahrerin aus Berlin am Freitag wegen fahrlässiger Tötung eine Haftstrafe von einem Jahr, die für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird.

Weil sie am 26. September 2010 auf der Autobahn 10 einen Fahrfehler begangen und zu schnell unterwegs war, prallte sie mit dem Wagen gegen den polnischen Reisebus. Dieser raste mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Brückenpfeiler.

In dem Bus saßen 47 Menschen. Bei dem Unglück und später im Krankenhaus starben insgesamt 14 Menschen, mehr als 30 wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Die Vorsitzende Richterin verlas während der Urteilsbegründung die Namen aller Toten. „Dem Busfahrer ist kein Mitverschulden anzulasten“, hieß es.

Die Bilder von dem Unglück:

Busunfall am Schönefelder Kreuz
Tragödie auf dem Berliner Ring. 14 Menschen kamen bei dem schweren Busunfall am 26. September 2010 ums Leben. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
1 von 26Foto: picture alliance / dpa
27.09.2010 11:17Tragödie auf dem Berliner Ring. 14 Menschen kamen bei dem schweren Busunfall am 26. September 2010 ums Leben. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten gefordert, die zwei Jahre lang zur Bewährung ausgesetzt werden solle. Der Anwalt des Busfahrers, der im Prozess als Nebenkläger auftrat, plädierte auf eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Beide forderten zudem eine Geldauflage.

Der Verteidiger hatte in seinem Plädoyer kein konkretes Strafmaß für die Frau verlangt - und die Kammer darum gebeten, „im Zweifel für die Angeklagte“ zu entscheiden. (dpa)

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