Polizei & Justiz : Fall Mykonos: Attentäter kommen frei Verurteilte werden im Dezember abgeschoben

Die beiden in Deutschland zu lebenslanger Haft verurteilten „Mykonos“-Attentäter Kasem Darabi und Abbas Rhajel kommen vorzeitig frei. Dies teilte die Bundesanwaltschaft gestern mit. Wie der Tagesspiegel bereits im Juni berichtete, sollen der Iraner Darabi und sein libanesischer Komplize Rhajel im Dezember aus Deutschland abgeschoben werden.

Bei dem Anschlag auf das griechische Restaurant „Mykonos“ in Wilmersdorf waren am 17. September 1992 vier Spitzenvertreter der iranisch-kurdischen Opposition erschossen worden. Der Wirt und ein weiterer Gast wurden schwer verletzt. Insgesamt wurden wegen des Anschlags vier Angeklagte verurteilt, von ihnen erhielten Darabi und Rhajel lebenslange Haft wegen vierfachen Mordes mit besonderer Schwere der Schuld. Die anderen beiden befinden sich bereits auf freiem Fuß. Das Urteil belastete die Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran schwer.

Die Freilassung des früheren iranischen Geheimdienst-Mitarbeiters Darabi war in der Vergangenheit mehrfach vom Iran gefordert worden. Zudem galten Darabi und Rhajel immer wieder als Kandidaten für einen Austausch mit dem über dem Libanon abgeschossenen israelischen Piloten Ron Arad. Die Bundesanwaltschaft hatte im Juli 2006 noch beantragt, dass Darabi wegen der im Urteil festgestellten „besonderen Schwere der Schuld“ länger als die Mindestdauer von 15 Jahren in Haft bleiben solle. Nun begründete sie die Freilassung von Darabi und Rhajel damit, dass beide „mehr als 15 Jahre ihrer Strafe verbüßt haben“. Von der weiteren Strafvollstreckung könne nun abgesehen werden, wenn sie – wie in solch einem Fall von der Strafprozessordnung gefordert – aus Deutschland abgeschoben werden. tabu

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