Familiendrama in Lichtenberg : Mann hatte Wohnung seiner Exfreundin angezündet

Erst sechs Wochen vor dem Familiendrama in Lichtenberg war der 46-jährige Täter vorzeitig aus der Haft entlassen worden. In Brandenburg war er vor zwei Jahren verurteilt worden, weil er die Wohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin in Brand gesteckt hatte.

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Hochhaus in der Einbecker Straße in Berlin-Lichtenberg.
Das Hochhaus in der Einbecker Straße in Lichtenberg.Foto: Claus-Dieter Steyer

Es war nicht seine erste Tat. Am Montagabend stürzte sich ein 46-Jähriger in Lichtenberg aus dem 16. Stock eines Hochhauses und brachte sich selbst um. Drei Tage zuvor hatte er seine 41-jährige Lebensgefährtin und deren zehnjährigen Sohn getötet. Erst vor sechs Wochen war der Mann vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden.

Vor knapp zwei Jahren hatte er in Fredersdorf-Vogelsdorf östlich von Berlin das Haus angezündet, in dem seine damalige Lebensgefährtin und deren drei minderjährige Kinder wohnten. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Ingo Kechichian, konnte ihm eine Tötungsabsicht damals nicht nachgewiesen werden — obwohl sich die Frau, deren Kinder und der neue Lebensgefährte zur Tatzeit im Haus befanden.

In der Nacht zum 25. März 2012 kaufte sich der Mann Grillanzünder, setze das Auto seiner ehemaligen Lebensgefährtin in Brand und legte Feuer vor ihrer Wohnungstür. Dann stieg er in sein Auto und fuhr betrunken davon.

Die Frau und die Kinder mussten wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Noch am selben Tag wurde der Mann festgenommen. Im September 2012 verurteilte ihn das Landgericht Frankfurt (Oder) unter anderem wegen schwerer Brandstiftung zu drei Jahren Haft. Zwei Monate später trat er den Offenen Vollzug in Spandau an.

Genau zwei Jahre nach der Tat, am 25. März 2014, kam er vorzeitig auf Bewährung frei. Ein psychologischer Gutachter hatte dem Mann bescheinigt, dass seine Tat „einen absoluten Ausnahmecharakter“ gehabt habe und keine Wiederholungsgefahr bestehe. Seine Entwicklung in der Haftzeit war auch von den Verantwortlichen in der JVA positiv bewertet worden.

Im Gefängnis ließ er sich wegen seiner Alkoholsucht therapieren, auch in Freiheit sollte er die Therapie fortsetzen. Der 46-Jährige bekam einen hauptamtlichen Bewährungshelfer zur Seite, bei dem er sich regelmäßig melden musste.

Die Beziehung zu der 41-Jährigen dauerte erst wenige Monate, trotzdem zog er direkt zu ihr und ihrem Sohn. Nur sechs Wochen später sind alle drei tot.

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