Fehldiagnose : Arzt nach Tod eines Soldaten vor Gericht

Drei Jahre nach dem Tod eines 22-jährigen Soldaten durch Lungenembolie saß ein Bundeswehrarzt vor dem Amtsgericht.

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Berlin - Von fahrlässiger Tötung war die Anklage ausgegangen. Ohne ausreichende Untersuchung habe der Arzt eine Bronchitis diagnostiziert und ein Erkältungsmittel verordnet. Ein Jahr Haft auf Bewährung forderte der Ankläger.

Der Soldat hatte sich an einem Montag im Oktober 2007 im Sanitätszentrum einer Berliner Kaserne gemeldet. Dort war seit 1998 der Angeklagte tätig. Der Koch habe von Husten und Atemproblemen gesprochen, erklärte der Mediziner. Ein auffälliges Atemgeräusch aber habe er bei dem Patienten nicht feststellen können. Auch starke Schmerzen in den Beinen, die der Koch gespürt haben muss, habe der Patient nicht erwähnt. Bei einer weiteren Untersuchung zwei Tage später habe der Soldat bereits vergeblich um eine Gesundschreibung gebeten.

Zeugen schilderten ganz andere Szenen. „Auf dem Weg vom Parkplatz zum Behandlungszimmer wäre ich fast krepiert“, soll er zu seiner Mutter gesagt haben. Vier Tage später starb der junge Mann. Eine Thrombose, die sich über Wochen nach einer Verletzung am Bein entwickelt hatte, führte zur Embolie. „Wir können nicht genau feststellen, was im Arztzimmer besprochen wurde“, hieß es im Urteil. Der Arzt wurde freigesprochen.

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