Festnahme in Berlin-Zehlendorf : Polizei klärt Raubmord auf - nach 25 Jahren

Am Freitag wurde in Zehlendorf ein mutmaßlicher Raubmörder festgenommen. Er soll vor mehr als 25 Jahren eine Seniorin erwürgt haben. Eine DNA-Analyse brachte die Ermittler auf die Spur des heute 44-Jährigen.

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Die Berliner Polizei (Symbolbild).
Die Berliner Polizei (Symbolbild).Foto: dpa

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Raubmord an der damals 76-jährigen Hildegard Zeise im November 1989 hat die Polizei einen 44-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Die Ermittler standen am Freitagmorgen um 8.00 Uhr mit einem Haftbefehl vor der Wohnung des Mannes in Zehlendorf. Eine DNA-Analyse hatte die Polizei auf die Spur des Verdächtigen geführt; er sitzt in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Polizei schweigt er zu den Vorwürfen. Die Ermittler hatten selbst nicht mehr damit gerechnet, den Mordfall zu lösen: Polizei und Staatsanwaltschaft sprachen von einem "unerwarteten Erfolg" für die Ermittler.

Die Berliner Mauer war gerade zwei Wochen gefallen, als der damals gerade 19-Jährige den Raubmord begangen haben soll. Am 22. November 1989 war der Täter um die Mittagszeit in die Wohnung der Seniorin eingedrungen und hatte die Frau in ihrem Wohnzimmer erwürgt. Der Mann tötete die Seniorin offenbar aus Habgier; nach der Tat war festgestellt worden, dass der Schmuck der Seniorin fehlte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren Opfer und Täter miteinander bekannt; die Seniorin hatte ihrem Mörder arglos die Tür geöffnet.

Festgenommener wurde schon 1993 verdächtigt

Nach der Tat konnte zunächst kein Verdächtiger ermittelt werden; der Fall wurde aber laut Polizei in den nächsten Jahren immer wieder hervorgeholt und erneut untersucht. 1993 stand der jetzt Festgenommene schon einmal unter Tatverdacht - allerdings konnten die Ermittler damals nicht genug Beweise gegen ihn zusammentragen. Der Fall landete also wieder bei den Akten.

An der Leiche von Hildegard Zeise hatten die Ermittler DNA-Spuren einer unbekannten Person gesichert; allerdings konnten die Spuren dem Tatverdächtigen nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. "Die Kriminaltechnik war damals noch nicht so weit", hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Erst 2014 sei der Fall erneut aufgerollt worden, "wobei auch ergänzende DNA-Untersuchungen nach dem neusten Stand der Kriminaltechnik vorgenommen wurden", wie die Polizei mitteilte. Die neue Analyse brachte den Ermittlungserfolg: Das am Körper der Toten sichergestellte genetische Material stammte von dem 44-Jährigen.

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