Festnahme : Mutmaßlicher Mörder des Türstehers aus Schildow gefasst

1997 wurde die Leiche eines Türstehers auf einem Villengrundstück vergraben. Von dem Toten fehlt jede Spur, dafür sitzt jetzt der mutmaßliche Täter in Haft.

Tanja Buntrock,Claus-Dieter Steyer

Schildow - Wochenlang hatten die Ermittler der Polizei im Februar nach einem toten Türsteher gegraben, der seit mehr als zwölf Jahren in einer Baugrube in Schildow liegen soll: Die Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Dafür hat die Polizei nun aber einen dringend Tatverdächtigen: Der 45-jährige Mehmet K. – in der Türsteher-Szene auch „Kurden-Mehmet“ genannt – wurde am Donnerstagmorgen gegen 10.30 Uhr vor einer McDonald''s-Filiale in der Grenzallee im Berliner Bezirk Neukölln vom Spezialeinsatzkommando verhaftet. Er soll es gewesen sein, der den Türsteher Ahmet K. – genannt „Ahmet, der Bär“ – im Dezember 1996 in der Berliner Diskothek „Paparazzi“ erschossen hat und dann offenbar in Schildow vergraben ließ. Das Motiv sollen Kämpfe um die Vormachtstellung im Drogenmilieu gewesen sein. Mehmet K. ist der Polizei als Groß-Krimineller bekannt und saß in den 90er Jahren bereits wegen Rauschgiftdelikten und organisierter Kriminalität in Haft.

Die Ermittler waren dem tatverdächtigen Mehmet K. seit Monaten auf der Spur: Nach ihm wurde mit Haftbefehl wegen Totschlags gefahndet. Doch wie ein Beamter schilderte, sei der Gesuchte zwischenzeitlich aus Berlin geflüchtet und hielt sich in Sachsen auf. Auch ein 48-jähriger Landsmann wurde von der Polizei vor der Fast-Food-Filiale in Neukölln festgenommen: Er soll Mehmet K. zuvor zur Flucht verholfen haben.

Am Nachmittag liefen noch umfangreiche Durchsuchungen, so auch in zwei Sportbars in der Hermannstraße in Neukölln und in der Dominicusstraße in Schöneberg. „Wir erhoffen uns weiteres Beweismaterial, das Rückschlüsse auf die damalige Tat zulässt“, sagte ein Ermittler. Mehmet K. soll die Bars mit betrieben haben. Aufgrund der laufenden Maßnahmen wollte die Staatsanwaltschaft keinen Kommentar abgeben.

Dass die Ermittler nun auch ohne den Fund der Leiche auf einen dringend Tatverdächtigen gestoßen sind, sei „anderen, sicheren Beweisen und möglicherweise auch Tippgebern aus der Szene zu verdanken“, sagte ein Ermittler.

Wie berichtet, hatte die Polizei Anfang Februar nach einem Hinweis eines Informanten aus der Türsteher-Szene angefangen, auf dem Villengrundstück kurz hinter der Berliner Stadtgrenze nach der Leiche des Türstehers Ahmet K. zu buddeln. Der Informant gab an, den 140 Kilo schweren und 1,90 Meter großen Mann damals auf dem Baugrundstück nahe der Bahnhofstraße in Schildow vergraben zu haben. Diese Tat ist mittlerweile verjährt – die Spuren der Suche aber sind noch frisch: Die fünf Meter tiefen Gruben auf dem Villengrundstück sind nur notdürftig planiert, die Hecken, Bäume und auch ein Holzpavillon samt Grillecke hingegen wurden zu Kleinholz verarbeitet. Für die Sanierung des Grundstücks kommt die Polizei auf. Die Gartenarbeit lässt aber noch auf sich warten. Bislang sei nicht mal der versprochene Gutachter vorbeigekommen, schimpft die Nachbarin.

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