Festnahmen nach Einbruch in Berlin : Intensivtäter rammen SEK-Autos

Verfolgungsjagd in der West-City: Intensivtäter rammten fünf Polizeiautos und wurden nach Warnschüssen festgenommen.

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Einbrecher spazieren manchmal auch dreist zur Haustür herein (Symbolfoto). Foto: dpa
Einbrecher spazieren manchmal auch dreist zur Haustür herein (Symbolfoto).Foto: dpa

Ungeheure Brutalität und Rücksichtslosigkeit. Fünf jüngere Intensivtäter und ein 42-Jähriger wurden in der Nacht zu Freitag nach einem Einbruch in ein Einfamilienhaus festgenommen. Bei dem Einsatz wurde ein SEK-Beamter verletzt, und fünf Polizeiautos beschädigt, drei davon Zivilwagen des SEK. Die Männer wollten der Spezialeinheit entkommen und gaben Gas. Zwei Fluchtwagen der Einbrecher wurden beschädigt, die Autobahn nach Hamburg und die Bismarckstraße mussten wegen des Einsatzes stundenlang gesperrt werden. Die Männer hatten Messer und Reizgasgeräte bei sich. Da die arabischstämmigen Männer als gewaltbereit polizeibekannt sind, hatte die Spezialeinheit die Festnahme übernommen. Die Polizei musste Warnschüsse in die Luft abgeben. Vier der Festgenommenen (die drei Einbrecher und der Rambofahrer) sollen in Untersuchungshaft. Die beiden Intensivtäter, die mit in dem Wagen saßen und am Einbruch nicht beteiligt waren, sind wieder frei.

Dies ist im Einzelnen passiert, der Bericht aus dem Präsidium ist ausführlich wie selten:

Nach einem Einbruch in ein Einfamilienhaus in Heiligensee kam es Donnerstagabend und in der Nacht zu Festnahmen in Neukölln und in Charlottenburg. Gegen 17 Uhr bemerkten Zivilfahnder einen BMW in Heiligensee, in dem drei junge Männer saßen, die den Ermittlern als Intensivtäter bekannt sind. Der BMW fuhr langsam durch verschiedene Straßen in Heiligensee und die 17, 20 und 23 Jahre alten Verdächtigen schauten sich immer wieder um. Gegen 17.20 Uhr hielt der Wagen in der Keilerstraße. Während ein Verdächtiger vor dem Grundstück Schmiere stand, kletterten die beiden Komplizen über das Zufahrtstor. Was auf dem Grundstück passierte, konnten die Ermittler nicht sehen. Gegen 18.15 Uhr kletterten die Verdächtigen mit einer Tasche, die sie zuvor nicht hatten, wieder zurück über das Tor. Die beiden Älteren fuhren mit dem BMW weg. Ihnen folgte der Jugendliche mit einem Mercedes, dessen Schlüssel zuvor in dem Haus gestohlen worden war. Nun sollten die beiden Fahrzeuge gestoppt und die jungen Männer festgenommen werden. Ein Funkwagen versperrte am Ende der Autobahnzufahrt an der Schulzendorfer Straße die beiden Fahrstreifen. Der BMW fuhr über den Grünstreifen an dem Funkwagen vorbei, touchierte das Polizeifahrzeug und setzte die Flucht fort. Im Beyschlagtunnel verlor der 20-Jährige die Kontrolle über den BMW, woraufhin dieser mehrmals rechts und links gegen die Tunnelwände prallte. Der Wagen kam dann zum Stehen und die beiden Insassen flüchteten zu Fuß aus dem Tunnel. Anschließend trennten sich beide und ihnen gelang die Flucht. Der Jugendliche war zwischenzeitlich mit dem Mercedes geflüchtet.

Die Fahnder überprüften im Anschluss die bekannten Aufenthaltsorte der Intensivtäter. Gegen 19.45 Uhr entdeckten die Ermittler zunächst den gestohlenen Mercedes in der Hermannstraße in Neukölln. Kurz darauf erschien der 17-Jährige an dem Wagen und wurde vorläufig festgenommen.

Rund drei Stunden später beobachteten die Fahnder in der Neuköllner Kranoldstraße die beiden 20- und 23-Jährigen, die gemeinsam mit drei 19, 25 und 42 Jahre alten Männern in einen gemieteten BMW stiegen. Die beiden Jüngeren sind den Fahndern ebenfalls als Intensivtäter bekannt. Der 42-Jährige fuhr das Auto. Nach Hinzuziehung von Unterstützungskräften und Beamten des Spezialeinsatzkommandos sollte die Festnahme der Insassen an der Kaiser-Friedrich- Ecke Bismarckstraße in Charlottenburg erfolgen, als der Wagen an einer roten Ampel stand. Als der 42-Jährige die Beamten des SEK bemerkte, gab er mit dem Mietfahrzeug Gas, scherte nach links aus und erfasste einen Beamten des SEK, der in der Folge auf die Fahrbahn geschleudert wurde und mit dem Hinterkopf aufschlug. Anschließend rammte der 42-Jährige mit dem BMW drei Dienstfahrzeuge des SEK. Auf der Kreuzung schnitt dann ein Polizist mit einem Zivilfahrzeug dem BMW den Weg ab, woraufhin dieser gegen den Dienstwagen fuhr und dann zum Stehen kam. Der 20-Jährige stieg aus dem BMW und flüchtete zu Fuß in die Bismarckstraße. Ihm folgte ein Beamter des SEK, der dabei Schüsse in die Luft abgab. Kurz darauf konnte der Flüchtende festgenommen werden. Der 42-jährige Fahrer und die anderen drei Insassen wurden am BMW vorläufig festgenommen.

Während der angefahrene Polizist des SEK eine Kopfplatzwunde und Prellungen erlitten hatte und am Ort behandelt werden musste, blieb der Fahrer des zuletzt gerammten Zivilfahrzeugs glücklicherweise unverletzt. Der 42-Jährige sowie seine beiden 20 und 23 Jahre alten Komplizen erlitten Verletzungen und mussten behandelt werden.

Der im Beyschlagtunnel zurückgelassene BMW wurde beschlagnahmt. Im Auto wurden Einbruchswerkzeug und Diebesgut aus dem Einfamilienhaus in Heiligensee gefunden.

Die beiden 19- und 25-Jährigen werden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Hingegen werden die 17-, 20- und 23-jährigen Intensivtäter sowie der 42 Jahre alte BMW-Fahrer zum Erlass von Haftbefehlen einem Richter vorgeführt.

Es wurden Verkehrsunfallanzeigen und Strafanzeigen unter anderem wegen Einbruchs, Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr zum Verdecken von Straftaten gefertigt.

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