Feuerwehr : Hausboot beinahe im Landwehrkanal versunken

Stundenlang war die Feuerwehr an der Straße des 17. Juni im Einsatz: Dort hatte ein Schiff im Wasser Leck geschlagen.

Florian Ernst
Landwehrkanal-Foto Foto: Peters
Schräglage. Die Feuerwehr eilte in den Seitenarm des Landwehrkanals.Foto: Peters

Am Sonnabend, kurz nach 12 Uhr, wurde die Feuerwehr an den Wehrgraben des Landwehrkanals gerufen, weil dort ein Hausboot zu sinken drohte. Aus bislang unbekannten Gründen war das etwa 16 Meter lange Fahrzeug Leck geschlagen und dadurch in Schräglage geraten, wie die Feuerwehr mitteilte. Sie rückte mit etwa 40 Mann an und versuchte zunächst mit mobilen Elektropumpen das Wasser aus dem Boot zu bekommen und es so wieder aufzurichten. Gleichzeitig suchten Taucher nach dem Leck. Auf der daneben liegenden Straße des 17. Juni wurden mehrere Fahrspuren gesperrt; deshalb kam es zu stundenlangen Behinderungen im Autoverkehr. 

Die Besitzer der "African Queen" eilten zu ihrem Boot

Die beiden Besitzer der „African Queen“ waren von einem Nachbarn informiert worden und zur Unglücksstelle geeilt. Ihre erste Sorge galt ihrer Katze, die sich noch an Bord befand. Ein Feuerwehrmann konnte das Tier jedoch wohlbehalten aus dem Boot retten.

Der 36-Jährige hatte das Boot Ende 2007 gekauft. Von da an hatten sie das in den 1920ern erbaute Gefährt selbständig renoviert. Samstag vor einer Woche war seine Freundin eingezogen. Auch wenn das Boot für längere Zeit unbewohnbar bleiben sollte, ist das Paar jedoch nicht obdachlos. Der Besitzer verfügt über eine Wohnung in Mitte. „Am schlimmsten ist, dass wir jetzt mit der Renovierung noch mal von vorne anfangen können“, sagte der 36-Jährige. Zudem tue es ihm um die persönlichen Dinge leid, wie zum Beispiel Fotoalben.

Später wurde zusätzlich von einem Löschboot aus und mit einer weiteren Pumpe vom Land Wasser abgepumpt. Durch Kleider, die immer wieder in die Absaugrohre gesaugt wurden, verzögerte sich die Rettung des Hausbootes. Die Wasserschutzpolizei ermittelte ebenfalls vor Ort. Vor allem ginge es darum, ob die für alle zehn Jahre vorgeschriebene Untersuchung der Schwimmtauglichkeit gemacht worden sei, sagte ein Polizeibeamter. Der Besitzer gab an, eine Werft in der Rummelsburger Bucht habe das Boot im Oktober 2007 geprüft. Gefährliche Treib- oder Heizstoffe befanden sich nicht an Bord, da dass Boot keinen Motor hat und die Heizung mit Holzpellets betrieben wird. Somit besteht auch keine Gefahr, dass der Landwehrkanal durch den Unfall verschmutzt wurde.
 
Am Nachmittag wurde das Boot mit Stahlseilen gesichert

Gegen 16 Uhr gelang es schließlich der Feuerwehr das Leck im Boot zu flicken. Die Rettungskräfte konnten das Boot allerdings nicht vollständig leerpumpen, da es ansonsten weiter gekippt wäre. Die Bullaugen seien undicht geworden und dadurch weiteres Wasser eingedrungen, sagte Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer. Somit habe das Abpumpen nicht weiter geholfen. Das Boot sei nun zwar weiter voll Wasser und in Schräglage, aber stabil, so Fleischer. Die Einsatzkräfte sicherten es mit Stahlseilen und rückten kurz nach vier ab. „Wir haben das Boot gesichert, um die Reparatur muss sich der Besitzer kümmern“, sagte der Sprecher.

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