Update

Feuerwehreinsatz : Brand am S-Bahnhof Warschauer Straße

In einem Kabelschacht am S-Bahnhof Warschauer Straße hat es gebrannt. Aufgrund des Feuerwehreinsatzes war der Verkehr zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof am Samstagabend rund eineinhalb Stunden unterbrochen.

von

Wieder ein Kabelbrand bei der S-Bahn. Wieder im magischen Dreieck Warschauer Straße, Ostkreuz, Treptower Park. Rund eineinhalb Stunden lang war der Verkehr auf den Linien S5, S7 und S75 zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof unterbrochen. Die Brandursache ist noch unklar. In der Gegend kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Störungen und auch Anschlägen.

Um 21:51 erhielt die Feuerwehr den ersten Notruf, wie ein Sprecher mitteilte. Demnach gab es einen Brand im Kabelschacht unterhalb der S-Bahnbrücke. Nach etwa einer halben Stunde, konnten die Einsatzkräfte wieder abrücken. Auf einer Fläche von etwa zwei Quadratmetern hatte das Feuer Kabel beschädigt. Die Störung dauerte allerdings noch länger an. Wie ein Sprecher der Bahn mitteilte, hätten sich Fahrgäste unerlaubt auf den Gleisen aufgehalten und so den Einsatz verzögert. Unterdessen hat die zuständige Bundespolizei Fremdeinwirkung als Ursache ausgeschlossen. Denkbar wäre ein technischer Defekt oder auch eine fahrlässige Brandstiftung, etwa durch eine weggeworfene Zigarettenkippe.

Dennoch wecken solche Kabelbrände immer auch wieder Erinnerungen an den mutmaßlichen Anschlag von Linksextremen im Mai letzten Jahres, die Kabel am Ostkreuz in Brand gesetzt und so den Verkehr tagelang lahm gelegt hatten. Kurz nach der Tat wurde im Internet das Selbstbezichtigungsschreiben einer linksextremen Gruppierung mit dem Fantasienamen „Das Grollen des Eyjafjallajökull“ verbreitet. Sicherheitskreise hielten das Schreiben für authentisch. Damals prüfte sogar die Bundesanwaltschaft, ob die Sabotage als Terrorakt eingestuft werden sollte. Dies hatte damals auch eine Diskussion über die Sicherung der Bahn-Infrastruktur ausgelöst, um derartige Folgen eines solchen Anschlages zumindest zu erschweren. Dennoch gab es im Oktober einen weiteren Anschlag einer mutmaßlichen linksextremen Gruppe, die ihre Sabotage in einem Bekennerschreiben als Protest gegen Einsätze der Bundeswehr rechtfertigte. Seitdem ist man bei der S-Bahn besonders alarmiert. Als bei Umbauarbeiten am Ostkreuz im Mai dieses Jahres wieder Kabel in Brand gerieten, informierte die Bahn ihre Fahrgäste auf Infotafeln über den „Brandanschlag“. Der Verdacht bestätigte sich nicht. Trotzdem war der Südring tagelang zwischen Neukölln und Ostkreuz unterbrochen.

Den letzten Kabelbrand gab es erst Anfang Juni. Ebenfalls am Ostkreuz. Auch da waren vor allem Fahrgäste von und in Richtung Warschauer Straße betroffen.

Autor

12 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben