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Fischwilderei : Nordkoreanischer Diplomat beim Schwarzangeln erwischt

Ein nordkoreanischer Diplomat ist am Sonntag von der Wasserschutzpolizei beim Schwarzangeln in Spandau erwischt worden. Konsequenzen hat das für ihn wohl nicht.

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Die Wasserschutzpolizei war am vorigen Sonntag routinemäßig auf der Havel unterwegs, um Fischereikontrollen durchzuführen. An der Freybrücke in Spandau, nahe Heerstraße, überprüften sie gegen 14 Uhr einen Angler. Es war, wie sich kurz danach durch die Überprüfung herausstellte, ein Vertreter des "Büros für den Schutz der Interessen der Demokratischen Volksrepublik Korea". Mit der Deutschen Einheit war die ehemalige Botschaft Nordkoreas in Mitte in diese Interessensvertretung unter der Schutzmacht der Volksrepublik China umgewandelt worden. Einen Angelschein konnte der Mann nicht vorweisen, bestätigte die Polizei.

Die Beamten baten den Diplomaten, das Angeln zu lassen, denn Fischwilderei ist eine Straftat. Sie kann mit einer Geld- oder gar einer Freiheitsstrafe geahndet werden. Dies gilt allerdings nicht für Diplomaten, denn sie besitzen Immunität, das heißt Schutz vor strafrechtlicher, zivilrechtlicher oder administrativer Verfolgung in einem fremden Staat.

Nach der Bitte der Polizisten mit dem Angel aufzuhören, soll der Diplomat nur gelächelt und die Angel ein weiteres Mal ausgeworfen, um Zander oder Karpfen anbeißen zu lassen.

"Die Beamten fertigten einen Bericht zu dem Vorfall. Dieser wird ans Auswärtige Amt geschickt. Dort muss auf politischer Ebene darüber entschieden werden, wie damit umgegangen wird", sagte ein Polizeisprecher.

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass auch die beiden Rapper Sido und Bushido ohne Berechtigung geangelt haben sollen. In einem Interview im Dezember hatten sie berichtet, auf dem Tegeler See zusammen gefischt zu haben. Das Fischereiamt bekam einen anonymen Hinweis - daraufhin wurde die Polizei eingeschaltet. Seit September 2011 läuft gegen den 33-jährigen Bushido und den 31-jährigen Sido ein Verfahren wegen Fischwilderei. Ein Ergebnis gibt es noch nicht. "Die Ermittlungen dauern an. Es müssen noch Vernehmungen geführt werden", sagte ein Polizeisprecher.

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