Flucht vor Polizei : Tod eines Geisterfahrers

Ein tödliches Ende nahm die Flucht eines 34-Jährigen vor der Polizei. Während die Beamten bei einer Verkehrskontrolle am Waidmannsluster Damm die Papiere des Fahrers überprüften, hatte dieser plötzlich Gas gegeben. Er fuhr an der nächsten Auffahrt in nördliche Richtung auf die Autobahn 111 in den Gegenverkehr.

Johannes Radke

Ein tödliches Ende nahm am Mittwoch kurz nach Mitternacht die Flucht eines 34-Jährigen vor der Polizei. Während die Beamten bei einer Verkehrskontrolle am Waidmannsluster Damm die Papiere des Fahrers überprüften, gab dieser plötzlich Gas. Er fuhr an der nächsten Auffahrt in nördliche Richtung auf die Autobahn 111 in den Gegenverkehr. Die Autobahnpolizei nahm die Verfolgung auf. Der VW-Fahrer beschleunigte so schnell, dass er die Polizisten zunächst abhängen konnte. Mit hoher Geschwindigkeit fuhr er auf der Gegenspur, die Polizei folgte langsam mit Blaulicht, um Unfälle mit entgegenkommenden Autos zu verhindern. Es sei großes Glück gewesen, dass die Strecke kaum befahren war, so die Polizei. Nach knapp drei Kilometern raste der Flüchtende jedoch unter der Schulzendorfer Brücke frontal in einen Lastwagen. Der Mann wurde schwer verletzt in seinem Fahrzeug eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle. Der Lkw-Fahrer wurde leicht am Bein verletzt und erlitt einen Schock. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Weshalb der Mann überhaupt die Flucht ergriff, bleibt rätselhaft. Er sei weder vorbestraft, noch habe ein Haftbefehl gegen ihn vorgelegen, hieß es von der Polizei. Grund für die Kontrolle sei lediglich eine Ordnungswidrigkeit im Baustellenbereich der Stadtautobahn gewesen. „Wir können daher die Möglichkeit eines Suizids nicht ausschließen“, sagte eine Sprecherin. Jetzt ermittelt der Verkehrsunfalldienst, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Wegen des Unfalls musste die Autobahn auf beiden Seiten für mehrere Stunden gesperrt werden. Die Aufräumarbeiten in südlicher Richtung dauerten bis in die Morgenstunden. Durch den beginnenden Berufsverkehr kam es zu langen Staus. Erst um 8.15 Uhr wurde die Strecke wieder komplett freigegeben.

Zuletzt hatte kurz vor Weihnachten 2008 eine Verfolgungsjagd tödlich geendet. Nach einem Drogerie-Einbruch waren zwei Männer auf der Flucht vor der Polizei in Blankenfelde-Mahlow mit hohem Tempo gegen einen Baum gerast. Beide waren sofort tot. Wie sich anschließend herausstellte, handelte es sich bei den beiden Brüdern um bekannte Intensivtäter. Bei dem 19-jährigen Ibrahim O. soll es sich zudem um den flüchtigen Todesfahrer vom Potsdamer Platz gehandelt haben, der zwei Monate zuvor einen Touristen überfahren hatte. Zwei Jahre zuvor war ein 16-Jähriger ohne Führerschein vor der Polizei geflüchtet. Er prallte mit seinem Auto gegen einen Baum und wurde tödlich verletzt. Im Jahr 2005 starb ein 35-jähriger Motorradfahrer bei einer Verfolgungsjagd. Johannes Radke

0 Kommentare

Neuester Kommentar