Flüchtlinge: Hostel in Berlin-Friedrichshain : Teilnehmer der Mahnwache rassistisch beschimpft

In der Nacht wurden die Teilnehmer der Mahnwache vor dem Hostel in der Gürtelstraße von einem Mann rassistisch beschimpft. Gegen den 45-Jährigen wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

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Die Mahnwache vor dem Hostel in der Gürtelstraße.
Die Mahnwache vor dem Hostel in der Gürtelstraße.Foto: Milena Menzemer

In der Nacht zu Dienstag hat ein Mann die Mahnwache vor einem Hostel in Friedrichshain rassistisch beschimpft. Ein 45-Jähriger kam gegen 0.45 Uhr in die Gürtelstraße, wo laut Polizei in der Nacht 30 Unterstützer der Flüchtlinge ausharrten. Die anwesenden Polizisten hörten die Äußerungen und nahmen den Mann fest. Nach Personalienfeststellung und erkennungsdienstlicher Behandlung wurde er entlassen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt nun wegen Volksverhetzung gegen den Mann.

Wenige Stunden zuvor war ein Demonstrationszug von der Warschauer Straße bis zur Gürtelstraße gelaufen, um vor Ort eine Kundgebung gegen die Flüchtlingspolitik des Senats abzuhalten. Zu der nicht-angemeldeten Demonstration hatten sich rund 650 Menschen getroffen.

In der Nähe der Boxhagener Straße spalteten sich rund 150 Teilnehmer ab und zogen in kleinen Gruppen kreuz und quer durch die Straßen zur Frankfurter Allee. Dabei kam es zu kleineren Auseinandersetzungen mit der Polizei; Steine wurden geworfen. Gegen 21.30 beruhigte sich nach Angaben der Polizei die Situation wieder.

Am Sonntagabend hatten die letzten Flüchtlinge ihren Protest auf dem Dach des Hostels in der Gürtelstraße beendet. Momentan haben sie eine Unterkunft in der Kreuzberger Heilig-Kreuz-Kirche, in der sie fünf bis sechs Wochen bleiben dürfen. Am Donnerstag um 11 Uhr haben die Flüchtlinge zu einer Pressekonferenz auf den Oranienplatz geladen.

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