Freibad : Polizei ermittelt nach Sommerbad-Schlägerei

Nach den Auseinandersetzungen im Kreuzberger Prinzenbad, bei denen am Freitagabend unter anderem ein Wachmann geschlagen und ein vierjähriges Mädchen durch einen Stoß in den Bauch leicht verletzt wurde, ermittelt die Polizei.

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In zwei Fällen wird wegen gefährlicher Körperverletzung gegen unbekannt ermittelt. Aufgrund des Vorfalls wurde bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ein Berliner Sommerbad nach Auseinandersetzungen unter Besuchern komplett geräumt. Diese Maßnahme solle aber eine Ausnahme bleiben und auch künftig nur erfolgen, wenn es keine andere Möglichkeit gebe, Konflikte einzudämmen, sagte am Sonnabend der Sprecher der Bäderbetriebe, Matthias Oloew.

Im Prinzenbad mussten am Freitagabend, wie berichtet, schätzungsweise knapp 3000 Badegäste die Anlage verlassen, weil sich zuvor vier Jugendliche gestritten hatten und anschließend der eingreifende Sicherheitsdienst attackiert worden war. Nach Oloews Angaben wurde einem Wachmann ins Gesicht und in den Bauch geschlagen. Weil sich zu den ursprünglichen Streithähnen schnell auch die jeweiligen Begleiter gesellt hätten, wuchs die Gruppe schließlich auf rund 30 Personen an, hinzu kamen zahlreiche Schaulustige. Da die Lage zu eskalieren drohte, wurde die Polizei gerufen, deren Suche nach den in der Menge untergetauchten Tätern erfolglos blieb.

Vor einer Woche war aus dem gleichen Grund das Sommerbad Neukölln am Columbiadamm geräumt worden. Dort mussten rund 7000 Badegäste vorzeitig nach Hause. Obwohl in beiden Fällen das Eingreifen des Sicherheitspersonals nach Auseinandersetzungen unter Badegästen am Ende zur Räumung der Bäder führte, halte man an dem Konzept fest, sagte Oloew. Im Prinzenbad haben die Bäderbetriebe die Zahl der Wachleute deshalb von acht auf zwölf erhöht – wie zuvor auch in Neukölln. Eingeteilt sind die Wachleute in zwei Schichten, die sich in den Spitzenzeiten überlappen. Meist gelinge es ihnen, Auseinandersetzungen schnell zu beenden, sagte Oloew.

Ob ein Bad geräumt wird, entscheiden Bademeister und Sicherheitsdienst gemeinsam. Eine Entschädigung für unbeteiligte Gäste gibt es nicht. Es sei seit vielen Jahren die erste gravierende Auseinandersetzung im Prinzenbad, bei der die Polizei eingreifen musste, sagte Bäderchef Klaus Lipinksy. Klaus Kurpjuweit

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