Freispruch aufgehoben : Neuer Prozess gegen mögliche Autozündlerin

Das lange Verfahren gegen die mögliche Autozündlerin Alexandra R. hat bereits viel Aufsehen erregt, nun wird es sogar einen dritten Prozess geben. Das Kammergericht hob den Freispruch vom Juni auf.

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Das lange Verfahren gegen die mögliche Autozündlerin Alexandra R. (22) hat bereits viel Aufsehen erregt, nun wird es sogar einen dritten Prozess geben. Der 4. Strafsenat des Kammergerichts hat am Montag den Freispruch des Landgerichts aufgehoben und "die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung" an eine andere Kammer des Landgerichts verwiesen. Im Juni hatte die 60. Kammer die Frau vom Vorwurf der versuchten Brandstiftung freigesprochen. Zuvor hatte bereits das Amtsgericht Tiergarten im November 2009 Alexandra R. für nicht schuldig erklärt. Beide Urteile akzeptierte die Staatsanwaltschaft nicht. Nach dem Freispruch des Amtsgerichts legten die Ankläger Berufung ein, nach dem Freispruch der zweiten Instanz dann Revision. Mit Erfolg - das Kammergericht hält dem Landgericht vor, es habe im Urteil "keine hinreichende Gesamtwürdigung aller festgestellten belastenden und entlastenden Indizien vorgenommen".

Alexandra R. soll im Mai 2009 in Friedrichshain versucht haben, mit Grillkohleanzünder einen Mazda-Geländewagen in Brand zu setzen. Eine Polizeistreife hatte einen Feuerschein und eine Person gesehen. Ein Beamter verhinderte, dass der Wagen in Flammen aufging. Kurz darauf wurde Alexandra R. in einem Spätkauf festgenommen. Die junge Linke bestreitet, etwas mit dem versuchten Anschlag zu tun zu haben. Da die Polizisten in beiden Prozessen nicht in der Lage waren, die nahe dem Mazda gesichtete Person zu identifizieren, wollten weder das Amtsgericht noch das Landgericht Alexandra R. verurteilen. Ihre Anwältin, Martina Arndt, sagte am Montag, der Spruch des Kammergerichts habe sie überrascht, "aber ich gehe davon aus, dass meine Mandantin auch in einem dritten Prozess freigesprochen wird".

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