Freund starb bei Promille-Fahrt : BMW-Fahrer zu Bewährungsstrafe verurteilt

Nach zwei schweren Verkehrsunfällen im Herbst vergangenen Jahres saßen die mutmaßlichen Verursacher nun vor Gericht. Einer der Angeklagten kam mit 1,5 Promille von der Straße ab. Ein Mitfahrer starb am Unfallort.

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Ein Prozess im Strafgericht.
Ein Prozess im Strafgericht.Foto: dpa

Eine Frau saß weinend im Saal 3002, ein Mann kämpften mit den Tränen im Saal 100: Nach zwei folgenschweren Verkehrsunfällen im vorigen Herbst saßen die mutmaßlichen Verursacher nun auf der Anklagebank. Es ging um den Tod eines 84-jährigen Radfahrers sowie um eine Trunkenheitsfahrt, bei der ein 30-jähriger Mitfahrer ums Leben kam.

„Wir dachten, die 600 Meter schaffen wir schon“, sagte Trockenbauer Fabian S. leise. Ihm sei bis dahin nie im Leben etwas Schlimmes passiert. Er ignorierte am 24. November seinen Zustand und das damit verbundene Risiko. Mit knapp 1,5 Promille Alkohol im Blut setzte er sich ans Steuer. Seine beiden gleichaltrigen Begleiter widersprachen nicht. Obwohl alle wussten, dass er getrunken hatte.

Der Mann aus Lichterfelde hatte seinen BMW am S-Bahnhof Osdorfer Straße geparkt. Die drei Freunde fuhren von dort aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Party. Die kurze Strecke zurück zu seiner Wohnung hätten sie gut zu Fuß geschafft. „Aber wir sind zum Auto, es tut mir so leid“, sagte S. Der Mann auf der Rückbank schnallte sich nicht an. Der Beifahrer warnte noch: „Fahr langsamer.“

Mit 70 Stundenkilometern und damit zu schnell fuhr S. in eine Kurve, verlor die Kontrolle über den Wagen, prallte gegen einen Baum. Sein bester Freund stürzte von hinten mit dem Gesicht auf die Mittelkonsole. Der Vater einer Tochter starb noch am Unfallort. S. und der Beifahrer kamen schwer verletzt ins Krankenhaus.

Das Urteil der Richterin nahm S. sofort an: Wegen fahrlässiger Tötung neun Monate Haft auf Bewährung, ein Fahrverbot für ein Jahr sowie 1000 Euro Buße.  

Der Prozess im Saal 3002 kam kaum voran. Die Autofahrerin schluchzte: „Ich sehe mich nicht in der Lage, etwas dazu zu sagten.“ Sie soll einen 84-jährigen Radfahrer mit zu geringem Abstand überholt und zu Fall gebracht haben. Er starb kurz nach dem Unfall am 24. Oktober in Charlottenburg. Die Verhandlung geht am 21. Oktober weiter.

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