Friedrichshain : Anklage gegen vier Neonazis wegen Prügelattacke

Sie legten sein Gesicht auf den Asphalt und traten wahllos auf seinen Hinterkopf ein. Das 22-jährige Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Nach der brutalen Attacke im Juli wurde jetzt Anklage gegen vier mutmaßliche Neonazis erhoben.

Knapp vier Monate nach dem lebensgefährlichen Angriff auf einen 22-Jährigen in Friedrichshain hat die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier mutmaßliche Neonazis erhoben. Den 20 bis 26 Jahre alten Männern aus Brandenburg werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte die Berliner Staatsanwaltschaft.

Die damals alkoholisierten Tatverdächtigen im Alter zwischen 20 bis 26 Jahren sollen am 12. Juli nach einer Schlägerei mit zehn Personen aus der linken Szene beschlossen haben, "aus Wut ihr Opfer mit Stampfkicks zu töten", führte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, an. Dem Bericht zufolge gilt als mutmaßlicher Haupttäter ein 26-jähriger Neonazi aus Heidesee.

Laut Anklage soll er am S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee das Opfer mit dem Gesicht nach unten auf den Gehweg gelegt und mit dem Fuß auf dessen Hinterkopf getreten haben. Der 22-Jährige kam mit einem Jochbeinbruch, schweren Prellungen und Hirnblutungen in ein Krankenhaus. Die vier Verdächtigen wurden noch am Tatort festgenommen.

Diese Art der Misshandlung erinnert an die sogenannte Bordsteinkick-Szene im US-Film "American History X". Ähnlich brutal wurde 2002 der 16-jährige Marinus Schöberl im brandenburgischen Potzlow von Gewalttätern misshandelt. Er starb daran. (nal/ddp)

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