Friedrichshain : Brennende Autos: Polizei fasst Tatverdächtigen

UPDATE In der Nacht zu Montag sind in Friedrichshain drei Autos angzündet worden. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen und spricht in zwei Fällen von einer eindeutigen politischen Motivation.

Hannes Heine

Ein Porsche, ein BMW und ein Audi gingen am frühen Montagmorgen in Friedrichshain in Flammen auf. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz ermittelt – nach Tagesspiegel-Informationen haben die Beamten noch in der Nacht einen 23-jährigen Mann aus dem Umfeld der Hausbesetzerszene festgenommen. Gegen 2:20 Uhr brannte ein BMW in der Proskauer Straße. Wenig später wurde in der nahen Bänschstraße der Audi angezündet. Eine halbe Stunde später brannte dann am Platz der Vereinten Nationen der Porsche. Theoretisch könnte ein einziger Täter an allen drei Orten zugange gewesen sein. Bisher sind die Behörden trotz der in diesem Jahr mehr als 250 angezündeter Berliner Autos machtlos: Die bisher nur zwei Tatverdächtigen ließen die Gerichte kürzlich frei. Kritiker sprachen von "politischem Druck" der zu Festnahmen auf Indizienbasis geführt habe.

Der festgenommene junge Mann wird im Laufe des Tages auf dem Polizeipräsidium verhört. Aus Hausbesetzerkreisen hieß es, man bemühe sich im Moment um einen Rechtsanwalt für den Verdächtigen. Wenn der Verteidiger über die genauen Tatvorwürfe informiert ist, könne man mehr sagen. Der Festgenommene soll dem von Räumung bedrohten linksalternativen Wohnprojekt in der Liebigstraße 14 in Friedrichshain nahe stehen.

Vor fast 20 Jahren wurde das Gebäude besetzt, die Linken bauten zum Schutz vor Angriffen eine umstrittene Tür ein. Zwar unterzeichneten die Besetzer wenig später Mietverträge mit dem damaligen Eigentümer. Doch der hat ihnen inzwischen gekündigt, in jedem Fall hätten Vermieter ein Recht auf ungehinderten Zugang zu ihrem Haus, hieß es. Die Tür wollen die Bewohner aber nicht entfernen. Sie fordern eine politische Lösung des Konflikts, auch unter Einbeziehung des Senats.

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