Geräumtes Haus : Linksextreme entdecken Liebig 14 wieder

Linksaktivisten wollen die Neuvermietung des Anfang Februar geräumten Hauses in der Liebigstraße stoppen. Im Internet wird zu Gewalt gegen die künftigen Bewohner und den Besitzer des Friedrichshainer Hauses aufgerufen.

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Die "Liebig 14" - Am 2. Februar 2011 wurde das links-alternative Wohnprojekt in Berlin-Friedrichshain geräumt. Wir haben die Geschichte dieser wahrlich bewegten Tage zusammengefasst - in Bildern natürlich.Weitere Bilder anzeigen
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02.02.2012 13:22Die "Liebig 14" - Am 2. Februar 2011 wurde das links-alternative Wohnprojekt in Berlin-Friedrichshain geräumt. Wir haben die...

Die linksextremistische Szene hat den künftigen Bewohnern des ehemals besetzten Hauses in der Liebigstraße 14 in Friedrichshain eine „Kampfansage“ erteilt. Auf dem linksradikalen Internetportal „Indymedia“ ruft die Szene offen zu Gewalt auf und hetzt gegen die künftigen Bewohner sowie gegen den Besitzer des geräumten Hauses, Suitbert Beulker.

Nachdem der Tagesspiegel darüber berichtet hatte, dass Makler jetzt Mieter für das in der Sanierung befindliche Haus suchen, heißt es auf der linksradikalen Webseite: „Wir geben erst Ruhe wenn Suitbert Beulker ruht, das Haus unvermietbar als Baulücke einen neuen Wagenplatz ermöglicht, oder der ganze beschissene Kiez an seiner eigenen Yuppie-Scheiße erstickt.“ Auch von dem geplanten Kinderladen im Erdgeschoss wollen sie sich nicht abschrecken lassen, und drohen: „Die Kinder sind nicht 24 Stunden im Haus, und als Ansage an alle potentiellen Elternteile: Ihr müsst hier damit rechnen morgens einen Anruf zu bekommen, dass der Kinderladen leider wegen baulicher Mängel geschlossen bleibt!“

Der Polizei ist der Aufruf auf der Internetseite bekannt. Der zuständige Staatsschutz überprüfe ihn nun auf strafrechtlich relevante Inhalte. „Die Polizei beurteilt die Lage fortlaufend und trifft die angemessenen Maßnahmen“, hieß es bei der Pressestelle. Bei der „Immobiliengruppe Berlin&Düsseldorf“, die als Makler für die Wohnungen in der Liebigstraße 14 aufgetreten war, war dazu am Mittwoch niemand zu sprechen. Auch wurden die Wohnungsangebote wieder aus dem Internetportal gelöscht. Zurzeit wird das Haus saniert. Dennoch hatten die Makler Mietinteressenten bereits zu Bewerbungen aufgerufen. Um sich von deren Zahlungsfähigkeit zu überzeugen, hatten die Eigentümer vor der Besichtigung die Vorlage der drei letzten Gehaltsabrechnungen, einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und eine Schufa-Auskunft verlangt.

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