Gericht bestätigt : Wer mobbt, darf nicht mit auf Klassenfahrt

Aggressives Fehlverhalten gegenüber Mitschülern könne den Ausschluss von einer Klassenfahrt rechtfertigen - so haben es die Richter entschieden. Anlass war ein Gewaltausbruch zweier Siebtklässler.

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Zwei 13-jährige Schüler müssen zuhause bleiben, wenn ihre Klasse demnächst nach Amrum verreist. Das hat ihre Schule beschlossen, und das Berliner Verwaltungsgericht hat diese Entscheidung jetzt bestätigt.

Die beiden Siebtklässler eines Zehlendorfer Gymnasiums hatten in einer Schulpause am 13. Mai 2011 gemeinsam mit einer Gruppe von Mitschülern zwei weitere Mitschüler drangsaliert. Die Gruppe hatte die beiden Opfer in ein Rondell aus Holzbänken geschubst, sie mit Gewalt gehindert, den Kreis wieder zu verlassen und ihre Freilassung von dem Ausgang eines Zweikampfs abhängig gemacht.

Mitschüler, die den Eingeschlossenen helfen wollten, wurden mit Drohungen daran gehindert. Einer der beiden eingeschlossenen Schüler hatte laut Verwaltungsgericht geschildert, dass er sich "wie in einer Gladiatoren-Arena gefühlt" habe.

Daraufhin schloss die Schule die beiden maßgeblich Beteiligten von der Klassenfahrt aus. Die Eltern der zwei stellten daraufhin Eilanträge beim Verwaltungsgericht, um zu erreichen, dass ihre Söhne mitfahren dürfen. Das Gericht wies die Anträge jedoch zurück. Aggressives Fehlverhalten gegenüber Mitschülern könne den Ausschluss von einer Klassenfahrt rechtfertigen, so die Richter.

Die Schüler hätten erheblich zur Eskalation der Situation beigetragen und die beiden Mitschüler mindestens zehn Minuten eingekesselt. Ein solches Verhalten offenbare die Bereitschaft zu "grundloser gemeinschaftlicher Gewaltausübung allein zu dem Zweck, sich an der Erniedrigung der Mitschüler zu belustigen". Bliebe derartiges Fehlverhalten sanktionslos, würde die Schule die zur Vermittlung ihrer Unterrichts- und Erziehungsziele erforderliche Glaubwürdigkeit und Durchsetzungsfähigkeit einbüßen.

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