Gericht : Psychisch Kranker gesteht Mord an Pfleger

Weil er den Pfleger eines Freundes getötet haben soll, muss sich seit Montag ein 33-Jähriger Mann vor dem Berliner Landgericht verantworten.

BerlinDer unter Wahngedanken leidende Mann soll im Mai vergangenen Jahres im Zustand der Schuldunfähigkeit den früheren Pfleger eines behinderten Freundes im Spandauer Johannesstift durch mehrere Messerstiche getötet haben. Der Staatsanwältin zufolge hatte sich der 33-Jährige durch den Besuch des 66-Jährigen gestört gefühlt.

Vor Gericht war der Beschuldigte geständig. Er gab zu, dem Opfer viermal mit einem Klappmesser in den Bauch gestochen zu haben. Eigenen Angaben nach bekam er "panische Angst", als der Mann "unverhofft" den behinderten Freund besuchte. Er selbst habe das spätere Opfer vor acht Jahren das letzte Mal gesehen, sagte er. "Wegen der Vorfälle aus der Vergangenheit" habe er befürchtet, dass der frühere Pfleger ihm etwas "Böses antun" werde. Er deutete eine sexuelle Belästigung an.

Der Freund, der Augenzeuge der Tat wurde, konnte diesen Verdacht nicht bestätigen. Er äußerte im Prozess die Vermutung, dass der 33-Jährige "vielleicht verärgert" war, weil ihn der Pfleger früher beim Waschen aus dem Zimmer geschickt habe. Der Beschuldigte hatte sich nach der Tat sofort der Polizei gestellt. Der Prozess wird nächsten Montag fortgesetzt. (ut/ddp)

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