Gerichtsentscheidung : Busentführer kommt dauerhaft in Psychiatrie

Vor sechs Monaten hatte ein geistig Verwirrter einen Bus der BVG entführt. Das Landgericht Berlin hat am Mittwoch die dauerhafte Unterbringung des Mannes in einer Psychiatrie angeordnet.

BerlinSechs Monate nach der Entführung eines BVG-Busses hat das Landgericht Berlin am Mittwoch die dauerhafte Unterbringung des Täters in einer Psychiatrie angeordnet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 42-Jährige aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig ist und daher nicht bestraft werden kann. Der Mann hatte am 10. Oktober vergangenen Jahres den Fahrer eines Doppeldeckers der Linie M37 an der Endhaltestelle in Spandau mit einem Messer bedroht und gefordert, ihn auf die Insel Usedom zu bringen.

Der frühere Busfahrer gab vor Gericht an, eine Stimme habe ihm befohlen, er müsse nach Usedom. "Der Gedanke ließ mich nicht mehr los", betonte der 42-Jährige. Was er dort machen sollte, habe er aber nicht gewusst.

In Badesachen nach Usedom

Eigenen Angaben nach ging er, "weil er keine Zeit verlieren durfte", nur mit Bademantel, -latschen und -hose bekleidet zur Haltestelle und stieg in den Bus ein. Als die letzten Fahrgäste an der Endhaltestelle ausgestiegen waren, sei er hinter den Fahrer getreten, habe sein Messer gezogen und gefordert, an die Ostsee gebracht zu werden.

Dem 43-jährigen BVG-Mann gelang es, stillen Alarm auszulösen. Rund 30 Minuten dauerte die Fahrt, bis die Polizei den Bus zwischen den Autobahnausfahren Brieselang und Falkensee stoppte, den Fahrer befreite und den Entführer festnahm. Der Täter befindet sich seither in einer psychiatrischen Klinik. (jz/ddp)

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