Gerichtsurteil : Vier Jahre Haft für Drogenhändlerin

Das Landgericht Berlin verurteilte eine 35-Jährige für den Handel mit Heroin. Auf dem Flughafen Tegel schnappten 2006 Polizisten ihren Kurier. Doch wer die wahren Hintermänner des Geschäfts waren, bleibt unklar.

BerlinWegen Drogenhandels und Anstiftung zur Einfuhr von Heroin ist am Freitag eine 35-jährige Polin vom Landgericht Berlin zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die studierte Handelsmanagerin gemeinsam mit einer Komplizin im Mai 2006 eine 18-jährige Polin zum Drogenschmuggel angeworben hatte.

Mehrere tausend Euro waren ihr von einem Hintermann für die Anwerbung versprochen worden. Die Jugendliche war mit 2,87 Kilo Heroin im Koffer aus Istanbul eingereist und bei ihrer Ankunft am Flughafen Tegel festgenommen worden. Das Heroin konnte sichergestellt werden.

Haftstrafe in der Heimat

Im Prozess war die 35-Jährige geständig. Laut Staatsanwaltschaft ging die Angeklagte davon aus, dass der 18-Jährigen im Weigerungsfall die Arbeit in einem Bordell drohte. Die Richter sahen darin eine ausgedachte Rechtfertigung für ihr Handeln. Das Urteil basiert auf einer Absprache zwischen Staatsanwalt, Verteidigung und Gericht.

In einem Parallelverfahren wird derzeit gegen den mutmaßlichen Hintermann des Drogenhandels verhandelt. Die Angeklagte war darin als Kronzeugin aufgetreten. Die Polin wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht und war erst im März dieses Jahres in ihrer Heimat verhaftet worden. Ihre Anwerbekomplizin wurde mit dreieinhalb Jahren Haft bestraft. Die 18-jährige Drogenkurierin kam mit einer Bewährungsstrafe davon. Nach Angaben des Richters wird die Angeklagte ihre Haftstrafe in ihrer Heimat absitzen. (ml/ddp)

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