Gerichtsverfahren : Student sticht Freund im Kokainrausch nieder

Acht Mal sticht der Angeklagte auf sein Opfer ein, das nur mit viel Glück überlebt. "Aber warum ich es tat, weiß ich nicht", verteidigt er sich. Nun muss der Student vor Gericht Rede und Antwort stehen.

BerlinEin 27-jähriger Student steht wegen versuchten Mordes an einem langjährigen Freund vor dem Berliner Landgericht. Der Angeklagte soll im Juni 2007 - unter Einfluss von Kokain - einen gleichaltrigen Freund in dessen Wohnung in Tiergarten überraschend von hinten niedergestochen haben. Laut Anklage stach er acht Mal auf das Opfer ein, das einen lebensgefährlichen Lungenstich erlitt und zweimal notoperiert werden musste.

Der Angeklagte bedauert zutiefst, was er seinem Freund angetan hat, sagt sein Verteidiger. Die Erinnerung des 27-Jährigen an die Tat ist "lückenhaft". Nach einem Pokerabend mit Freunden hat der Angeklagte bis zu zwei Gramm Kokain "geschnüffelt" und in der Nacht nicht geschlafen. "Ich sehe mich auf ihn einstechen und sein angstverzerrtes Gesicht. Aber warum ich es tat, weiß ich nicht", wird der Angeklagte zitiert. Er habe keinerlei Probleme mit dem Freund gehabt.

Trotz der Verletzungen gelang es dem Opfer, aus der Wohnung zu flüchten und Hilfe in einer Werbeagentur im Erdgeschoss zu finden. "Ich hatte das Gefühl, dass er mich umbringen will", sagt der Mann. Der Prozess wird Freitag nächster Woche fortgesetzt. (sba/ddp)

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