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Gestohlener Labrador-Mischling : Hund tötet Hund: Halter trifft keine Schuld

Ein in Brandenburg gestohlener Mischlingshund hat am Montag in Frohnau mehrere Artgenossen angefallen. Einen Zwergdackel verletzte er tödlich. Jetzt soll der Amtstierarzt entscheiden, was mit dem angriffslustigen Hund passieren soll.

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Der Vorfall in Reinickendorf hat die Debatte über den richtigen Umgang mit gefährlichen Hunden neu entfacht.
Der Vorfall in Reinickendorf hat die Debatte über den richtigen Umgang mit gefährlichen Hunden neu entfacht.Foto: dpa

Sie betrat ohne Erlaubnis das Grundstück und nahm beim Weggehen den Hund mit: Im Brandenburgischen Glienicke-Nordbahn hat eine offenbar geistig verwirrte Frau einen Labrador-American-Bulldog-Mischling gestohlen und so den Tod eines anderen Hundes verschuldet. Wie die Polizei mitteilte, soll die 41-Jährige gegen zehn Uhr in den Garten des Hundehalters eingedrungen sein und das Tier mit Süßigkeiten auf die Straße gelockt haben. Der acht Jahre alte Mischling sei der Diebin dann unangeleint den Edelhofer Damm hinunter gefolgt, wo er gegen 10:30 Uhr auf einen an der Leine laufenden Terriermischling losging.

Der angegriffene Hund trug mehrere Bisswunden davon, wurde aber durch sein angelegtes Hundegeschirr vor schwereren Verletzungen bewahrt. Frau und Hund seien dann weiter Richtung Zeltinger Platz gegangen, wo der Mischling auf Höhe des Katzenstegs einen Zwergdackel anfiel. Diese Beißattacke war Polizeiangaben zufolge so heftig, dass das unterlegene Tier trotz der unmittelbaren Behandlung durch eine Tierärztin seinen schweren Verletzungen erlag. Wenige Meter weiter am Zeltinger Platz fiel der noch immer frei laufende Hund schließlich den Terrier einer 82-jährigen Frau an. Der angeleinte Hund wurde am ganzen Körper gebissen, die Halterin kam durch das Gerangel zu Fall und erlitt einen Schock. Ihr Hund musste notoperiert werden, der Mischling wurde von Polizeibeamten in ein Tierheim gebracht.

Gegen die Hundediebin wird jetzt wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. In Polizeikreisen gilt als wahrscheinlich, dass die Frau nur vermindert schuldfähig ist. Wie Polizeisprecher Nath dem Tagesspiegel am Dienstag sagte, trifft den Halter des Angreifers keine Schuld am Tod des fremden Hundes. "Uns liegen keine Anhaltspunkte vor, dass das Tier schon vor diesen Vorfällen auffällig geworden ist." Das Gelände sei entsprechend des Hundehaltungsgesetzes gesichert gewesen. Bangen muss der Brandenburger trotzdem, noch ist nämlich nicht geklärt, ob der Hund künftig bei seinem Besitzer bleiben darf. "Das Tier befindet sich in der Obhut des Amtstierarztes", hieß es am Dienstagnachmittag im Ortsamt Glienicke-Nord. Dieser müsse jetzt entscheiden, was mit dem Hund passieren soll.

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