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Gestohlener Leichentransporter : Polnische Polizei findet vermisste Berliner Leichen im Wald

Eine Woche nach dem Diebstahl eines Leichentransporters in Hoppegarten bei Berlin hat die polnische Polizei den Fall aufgeklärt: In einem Wald östlich von Posen wurden zwölf Särge entdeckt.

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Am Dienstag wurde der Prozess gegen die mutmaßlichen Leichenwagen-Diebe Maks S., Rafal K. und Radoslaw B. in Poznan eröffnet.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
26.03.2013 12:48Am Dienstag wurde der Prozess gegen die mutmaßlichen Leichenwagen-Diebe Maks S., Rafal K. und Radoslaw B. in Poznan eröffnet.

Eine Woche nach dem Diebstahl eines Transporters mit zwölf Leichen im Laderaum in Hoppegarten hat die polnische Polizei den Fall aufgeklärt. In der Nähe der Kleinstadt Konin, etwa 400 Kilometer von Berlin entfernt, entdeckten Fahnder zwölf Särge in einem Waldstück. Bereits am Montag war der gestohlene Transporter gefunden worden. „Zwei deutsche Polizeibeamte der Sonderkommission Grenze sind vor Ort und haben die Fahrgestellnummer verglichen“, sagte Michael Neff von der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Dienstag. „Es besteht kein Zweifel, dass es sich bei dem Fund um den gesuchten Transporter aus Hoppegarten handelt.“

Wie die polnische Polizei mitteilte, werden die Leichen im gerichtsmedizinischen Institut Posen untersucht. Sobald ihre Identität bestätigt sei, erhielten die deutschen Kollegen alle Angaben. Mit ihnen könnten dann zunächst die Angehörigen unterrichtet werden. Nach dem Diebstahl waren die Angehörigen um persönliche Gegenstände der Toten gebeten worden, um sie durch DNS-Tests identifizieren zu können. Im Zuge der Ermittlungen nahm die Polizei einen weiteren Mann fest, nachdem schon am Wochenende zwei Tatverdächtige in Gewahrsam genommen worden waren. Nach weiteren zwei Männern werde noch gefahndet, hieß es von der Polizei.

Zwölf gestohlene Leichen in polnischem Wald gefunden
Am Dienstag wurde der Prozess gegen die mutmaßlichen Leichenwagen-Diebe Maks S., Rafal K. und Radoslaw B. in Poznan eröffnet.Weitere Bilder anzeigen
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26.03.2013 12:48Am Dienstag wurde der Prozess gegen die mutmaßlichen Leichenwagen-Diebe Maks S., Rafal K. und Radoslaw B. in Poznan eröffnet.

Wie berichtet, waren in der Nacht zum Montag vergangener Woche aus einem Gewerbegebiet in Hoppegarten am östlichen Berliner Stadtrand drei Kleintransporter gestohlen worden. Eines der Fahrzeuge nutzt eine Fahrdienstfirma zum Transport von Leichen aus Berlin und Brandenburg zu Krematorien außerhalb der Region. Die zwölf gestohlenen Leichen sollten im Krematorium Meißen in Sachsen verbrannt werden. Die Kosten liegen hier niedriger als in Berlin und Brandenburg. Äußerlich war der Mercedes nicht als Leichentransporter zu erkennen, so dass die Diebe wohl keine Kenntnis von der Fracht hatten und erst in Polen entdeckten, was sich in den Kisten im Laderaum befand. Während ein gestohlenes Fahrzeug schon vier Tage nach der Tat aufgetaucht war, versteckten die Diebe den Transporter mit den Leichen in einem Wald in der Nähe des Ortes Jarocin.

Auf Bitten der deutschen Behörden hatte die polnische Polizei zugesichert, mit Hochdruck nach dem gestohlenen Leichenwagen zu suchen. Über die genauen Umstände des Fundes gab die Polizei noch nichts bekannt. Von den zwölf Leichen stammten acht aus Berlin und vier aus Brandenburg.

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