Getöteter Blumenhändler in Berlin-Lichtenberg : Zwölf Jahre nach Mord: Verdächtiger schweigt

Ein schon verurteilter Todesschütze brachte einen mutmaßlichen Mittäter auf die Anklagebank - zwölf Jahre nach der Tat.

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Ein Prozess im Strafgericht. Foto: dpa
Ein Prozess im Strafgericht.Foto: dpa

Die tödlichen Schüsse auf einen 66-jährigen Blumenhändler in Lichtenberg vor zwölf Jahren beschäftigen zum dritten Mal ein Gericht: Ein 49-jähriger Bulgare steht unter dem Verdacht, Komplize des Überfalls gewesen zu sein. Die Beweislage aber scheint schwierig, denn Plamen P. kam als freier Mann zum Mordprozess. Laut Anklage soll er die Tatwaffe beschafft und die Tat mitgeplant haben. Für das späte Verfahren hatte Petar B. gesorgt. Er erhielt 2005 als Todesschütze lebenslange Haft.

Die Räuber hatten es auf eine Angestellte eines Blumengroßhandels abgesehen. Als sie am 7. April 2003 Tageseinnahmen in Höhe von rund 45 000 Euro zur Sparkasse bringen wollte, schoss ein Mann ohne Vorwarnung und griff nach ihrem Metallkoffer. Die Attacke auf Claudia J. sah Blumenhändler Kurt H. und griff ein. Er bezahlte seinen Mut mit dem Leben: Zwei Kugeln trafen den 66-Jährigen. Er starb noch am Tatort.

Der Fahrer des Fluchtwagens wurde gefasst und nannte den Todesschützen. Dieser hatte bereits acht Jahre Strafhaft hinter sich, als er 2012 gegen den nun Angeklagten aussagte. Dessen Verteidiger empörte sich vor Beginn des Prozesses: „Die Vorwürfe sind nicht haltbar, der Haupttäter wollte sich mit der Aussage Vollzugserleichterungen verschaffen.“ Der Haftbefehl gegen P. sei im Herbst 2012 wieder aufgehoben worden, die Anklage sei absurd.

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