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Gewalt im Berliner Nahverkehr : Mehrere Übergriffe in Bussen und Bahnen

Für mehrere Menschen, die in der Nacht mit Bussen und Bahnen in Berlin unterwegs waren, beginnt das Fest nicht friedlich. Sie wurden von aggressiven Mitfahrern angegriffen und verletzt. In einer U-Bahn in Biesdorf zog ein Mann eine Waffe.

Auch in einer S-Bahn in Spandau kam es zu einem gewaltsamen Übergriff.
Auch in einer S-Bahn in Spandau kam es zu einem gewaltsamen Übergriff.Foto: dapd

Kurz vor Weihnachten sind in Berlin mehrere Menschen bei Übergriffen im öffentlichen Nahverkehr verletzt worden. Mehrere Angreifer wurden gestellt. Nach einem brutalen Raubüberfall auf einen 19-Jährigen in einer S-Bahn ist ein 22-jähriger in Spandau festgenommen worden, wie eine Polizeisprecherin am Samstag mitteilte. Das Opfer habe bei der Attacke einen Nasenbein- und Jochbeinbruch erlitten.

Eine Zeugin hatte die Polizei zum Bahnhof Spandau gerufen, weil sie bemerkt hatte, dass ein Mann auf einen Fahrgast einprügelte. Die Beamten entdeckten in einem Waggon den blutenden Verletzten und in einem anderen Wagen den mutmaßlichen Täter. Bei dem 22-jährigen Tatverdächtigen beschlagnahmten die Polizisten ein dem Opfer geraubte Handy. Ein ebenfalls geraubtes Portemonnaie blieb unauffindbar.

In Biesdorf zog ein Mann in einer U-Bahn der Linie 5 eine Waffe, weil zwei 22-Jährige ihre Füße auf eine Sitzbank gestellt hatten. An der Haltestelle Kaulsdorf-Nord waren den Angaben zufolge zwei Männer und eine Frau in die Bahn gestiegen. Die Forderung von einem der dazu gestiegenen Männer, ihre Füße von den Sitzpolstern zu nehmen, ignorierten die angetrunkenen Freunde.

Daraufhin zog dieser plötzlich eine Pistole aus dem Hosenbund und wiederholte seine Aufforderung. Dann drückte er einem der 22-Jährigen die Waffe an die Stirn und forderte, die beiden sollten den Zug binnen zehn Sekunden zu verlassen. Daraufhin stiegen die beiden an der Station Elsterwerdaer Platz aus. Nach ihren Angaben schoss der Täter daraufhin ein Mal in die Luft, bevor sich der Zug wieder in Bewegung setzte.

Schlag ins Gesicht wegen Hertha-Schal

In Wilmersdorf wurde ein 21-Jähriger getreten, weil er einem Jugendlichen nach dessen Meinung zu intensiv in das Gesicht geschaut hatte. Angegriffen worden war er aus einer Gruppe von drei ihm unbekannten Jugendlichen heraus am U-Bahnhof Bundesplatz in einem Zug der Linie U9. Als er am Boden lag, entriss ihm einer der Täter die Kopfhörer sowie eine Halskette. Ein Komplize des Räubers trat dem Wehrlosen mehrfach in den Bauch. Anschließend flüchtete das Trio.

In Wittenau wurde ein 50-jähriger Busfahrer der Linie 124 Opfer eines aggressiven Fahrgastes. Der Unbekannte stieg an der Haltestelle Wilhelmsruher Damm in den Bus und zeigte dabei einen abgelaufenen Fahrausweis. Als ihn der Busfahrer aufforderte, einen neuen Fahrschein zu lösen oder auszusteigen, reagierte der Mann aggressiv und schlug den 50-Jährigen gegen den Kopf. Anschließend flüchtete der Angreifer unerkannt, der Busfahrer erlitt einen Schock.

Auf dem U-Bahnhof Kausldorf Nord wurde ein 19-Jähriger von einem ihm unbekannten Mann angesprochen und ohne Vorwarnung ins Gesicht geschlagen. Dann forderte der Täter den Hertha-Schal des Opfers.

Nachdem das Opfer diesen herausgegeben hatte, wollte der Angreifer auch noch die Geldbörse des 19-Jährigen. Daraufhin rettete sich dieser in ein nahe gelegenes Bistro, wo ihm ein Imbiss-Angestellter gegen den Angreifer half. Der Täter flüchtete, wurde jedoch wenig später von Polizeibeamte in einer nahe gelegenen Diskothek festgenommen. Gegen den 22-Jährigen wird nun wegen räuberischer Erpressung ermittelt.

(dapd)

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